Die Vergessenen dieser Welt!

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Sendung 231 vom 08.12.2011

08.12.11 (Sendungen 2011)

Guten Tag liebe Zuschauerinnen und Zuschauer! Ich begrüße Sie zu Folge 231 von „Die Vergessenen dieser Welt!“. Aus aktuellem Anlass bringe ich heute eine Sondersendung zu dem Abschuss einer US-Drohne und den Demonstrationen zur Afghanistankonferenz in Bonn. Der Bericht über Afrika, den mittleren Osten, Israel und die USA und den Kampf der Kulturen wird in der nächsten Woche fortgesetzt.

Die Iranischen Streitkräfte haben im Osten des Landes eine Spionagedrohne der USA abgeschossen. Wie der Generalstab der Streitkräfte vergangenen Sonntag bekannt gab, wurde eine zur Spionage über iranischem Territorium eingesetzte amerikanische Drohne von der Luftabwehr geortet und abgeschossen.

Es handelt sich um eine Drohne vom Typ RQ170, die sich jetzt im Besitz der iranischen Streitkräfte befindet.

Damit haben die USA eine weitere Runde in den sich zuspitzenden Spannungen und dem Kriegsgerassel von Israel und der westlichen Welt gegen Iran eingeläutet. Bush war ein durchgeknallter kalter bzw. heißer Krieger, der (Bildlich gesprochen) mit dem Colt in der Hand durch die Welt marschiert ist um damit auf alle loszugehen, die er für seine Feinde hielt und somit US-Imperiale Interessen durchzusetzen.

Glaubte man dies sei durch nichts zu toppen, so wurde und wird man durch Präsident Obama schnell eines Besseren belehrt. Bushs Weg setzte er, ohne jegliche Änderungen, genauso fort und darüber hinaus (um beim Western-Beispiel zu bleiben) zeigte er sich (und mit ihm die gesamte amerikanische Führungskaste) auch noch als ein skrupelloser, feiger und hinterhältiger Krieger, der seinem Gegner von hinten in den Rücken schießt. Denn anders kann man die von Obama extrem ausgeweiteten Bombardierungs-, Tötungs- und Mordeinsätze mit, unbemannten und überwiegend schwer bewaffneten, Flugkörpern – sogenannten Drohnen – nicht nennen! Die Menschen in Pakistan, Afghanistan, dem Irak und nun auch Iran können ein Lied davon singen.

Ballerspiele am Computer, für durchgeknallte Computerfreaks, sind dank Obama endgültig in der Realiät angekommen. Die durchgeknallten sind die gleichen, nur halt eben in Militäruniform. Doch geballert wird real und es sterben REALE Menschen. Hinter dem Computer zur Steuerung dieser dämonischen Teufel wird die Hemmschwelle auf null reduziert. Massenmord wird mit diesen perversen und hochgefährlichen Killercomputern von jeglichen Skrupeln befreit. Die Obama / US-Amerikanische neue Effizienz und Leistungsfähigkeit im Massenmord.

Vielleicht sollte man als Maßeinheit für all dies (und als „Ehrung“ sozusagen) den Obama einführen. Tausend Tote ergäben dann einen Obama!

Am vergangenen Sonnabend dagegen haben rund 5000 Menschen in Bonn für den Abzug der Bundeswehr vom Hindukusch demonstriert. Ein breites Bündnis hatte zu den Protesten unter dem Motto »Truppen raus aus Afghanistan« aufgerufen. Erstmals war auch die Gewerkschaft ver.di mit dabei.

Zeitgleich mit der Bonner Demonstration gingen in Frankfurt über 300 Pakistani für den Abzug aller NATO-Truppen aus ihrer Heimatregion auf die Straße. Anlaß war der jüngste Luftangriff der Allianz auf pakistanische Grenzposten, der zahlreiche Todesopfer verursacht hatte.

Zu einem vernichtenden Urteil über den »Afghanistan-Einsatz und seine Folgen« kommt die Berliner Stiftung für Wissenschaft und Politik. »Eine Dekade nach dem Sturz des Taliban-Regimes sind die Prognosen zu Afghanistans Zukunft wenig optimistisch«, heißt es in einer aktualisierten Untersuchung. »Die Sicherheitslage verschlechtert sich von Jahr zu Jahr. Berichte von Korruption und Wahlfälschungen häufen sich und konterkarieren die Erwartung an den Aufbau eines legitimen, von den Afghanen anerkannten demokratischen Systems. Die Drogenindustrie durchdringt Politik und Wirtschaft des Landes.« Die Lebensbedingungen der Bevölkerung in dem kriegsgeplagten Land seien weiterhin schlecht. Jedes zweite Kind sei chronisch mangelernährt, also insgesamt 2,9 Millionen Kinder.

Und im Irak? Da soll sich demnächst erneut ein britisches Gericht mit dem Einsatz von Munition mit abgereichertem Uran (DU) während der Belagerung der irakischen Stadt Falludscha 2004 befassen. DU wird für Krebserkrankungen und schreckliche Mißbildungen bei Neugeborenen verantwortlich gemacht. Vermutlich wurde diese oder eine ähnliche Uranmunition im Irak viel häufiger eingesetzt als bisher zugegeben wurde.

Untersuchungen deuten darauf hin, daß bei der Belagerung und Eroberung Falludschas vor sieben Jahren möglicherweise eine neue Uranwaffe eingesetzt wurde, deren Existenz bisher unbekannt ist. US-Waffenpatente geben Aufschluß über thermobarische Sprengköpfe mit Uranpulver. Es könnte sich auch um eine Art Neutronenbombe handeln. So die Ansicht eines Experten.

Bei Untersuchungen nach dem Libanon-Krieg 2006 hat man dort angereichertes Uran gefunden, ebenso in Luftfiltern von Fahrzeugen im Libanon und in Gaza. Andere Befunde hätten sich in Afghanistan und auf dem Balkan ergeben, so der Experte weiter. Um die Ergebnisse aus Falludscha zu untermauern, müßten ehemalige Soldaten untersucht werden, die im Irak gekämpft hätten. Viele von ihnen seien sehr krank und hätten ebenfalls Kinder mit angeborenen Mißbildungen.

Demonstrationen gegen den Afghanistan-Krieg sind gut und äußerst wichtig. Aber sie allein reichen nicht aus. Es muss endlich der Mut aufgebracht werden die generelle Abschaffung jeglichen Militärs und aller Geheimdienste zu fordern. Nur so kann Obama, Netanjahu, der Nato und wie sie alle heißen Einhalt geboten werden.

Guten Tag

Quellen:
Tageszeitung Junge Welt
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