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Manfred Coppik gestorben

(Ausser der Reihe...)

coppik

In Erinnerung siehe unsere Sendung #384 vom 16.06.2016.

Lesen Sie dazu auf der Homepage der Offenbach Post: Offenbach trauert um Manfred Coppik

Nachstehend die Pressemitteilung der Fraktionsvorsitzenden der Linken im hessischen Landtag
Janine Wissler und Willi van Ooyen.

DIE LINKE trauert um Manfred Coppik

Donnerstag, 22.09. 2016

Zum Tod von Manfred Coppik erklären Janine Wissler und Willi van Ooyen, Vorsitzende der Fraktion DIE LINKE. im Hessischen Landtag sowie Heide Scheuch-Paschkewitz und Jan Schalauske, Landesvorsitzende der LINKEN. Hessen: 

„Unserer Freund und Genosse Manfred Coppik ist gestern im Alter von 72 Jahren in Offenbach am Main verstorben. Unser Mitgefühl und unsere tiefe Anteilnahme gelten seiner Frau Sigrid und allen Familienangehörigen.

Manfred Coppik wurde am 1. November 1943 in Bromberg (Polen) geboren. 1958 siedelte die Familie in die Bundesrepublik über. 1963 erwarb er in Offenbach am Main die Hochschulreife und nahm danach ein Jura-Studium an der Universität Frankfurt auf. Nach dem erfolgreichen Abschluss ließ er sich 1971 in Offenbach als Rechtsanwalt nieder. Mit dieser Stadt – und nicht zuletzt auch ihrem Fußballverein, dem OFC Kickers 1901 e.V. – blieb er bis an sein Lebensende verbunden.

Manfred Coppik steht wie wenige andere für die wechselvolle Geschichte linker und sozialistischer Politik in der Bundesrepublik und später auch im vereinigten Deutschland. 1961 wurde er Mitglied der SPD und engagiert sich in den sechziger Jahren bei den Jungsozialisten im Unterbezirk Hessen-Süd. 1972 errang er als Kandidat der SPD in Offenbach ein Direktmandat für den Deutschen Bundestag, dem er bis 1983 angehörte.

In der Auseinandersetzung um den ‚NATO-Doppelbeschluss‘ zur Stationierung von Pershing II – und Cruise Missiles-Atomwaffen in der Bundesrepublik trat er 1982 aus Protest aus der SPD aus. Gemeinsam mit seinem Freund und Fraktionskollegen Karl-Heinz Hansen gründete er die Demokratischen Sozialisten (DS). Ihre ‚Reden gegen den Strich‘ – so der Titel eines Dokumentationsbandes der Reden der beiden Abgeordneten im Bonner Parlament – lassen sich noch heute als flammende Plädoyers für eine Politik des Friedens und des demokratischen Sozialismus lesen.

Die Demokratischen Sozialisten unterstützten das Wahlbündnis Friedensliste, in dem sich zur Europawahl 1984 und der Bundestagswahl 1987 Parteien und politische Gruppierungen links der SPD zusammenfanden. Manfred Coppik war Bundessprecher der Friedensliste.

Nach kurzer Mitgliedschaft bei den Offenbacher Grünen trat er 1993 erneut in die SPD ein. Der deutsche Militäreinsatz im Kosovo-Krieg 1999 war für ihn aber Anlass, der SPD erneut den Rücken zu kehren. Der neugegründeten Wahlalternative Soziale Gerechtigkeit (WASG) trat Coppik dann 2005 bei. Bei der WASG bereitete er den Zusammenschluss mit der PDS zur neuen Partei DIE LINKE vor.

Manfred Coppik war seit diesem Jahr als Vertreter der LINKEN Mitglied im Magistrat der Stadt Offenbach. Er vertrat DIE LINKE. Hessen im Bundesausschuss und war Mitglied im Ältestenrat unserer Partei. Von 2008 bis  2012 war er stellvertretender Vorsitzender des Landesverbandes der LINKEN in Hessen.

Manfred Coppik hat wesentlichen Anteil an der Gründung der Partei DIE LINKE – in Hessen und auf Bundesebene. Seine politische Klugheit, seine ruhige aber bestimmte Herangehensweise an politische Fragen und seine immense Erfahrung werden uns fehlen.

Und wir verlieren einen guten Freund, engen Weggefährten und wichtigen Ratgeber. Sein Einsatz für die sozialistischen Ideale, für die Vereinigung der sozialistischen Kräfte in Deutschland und für Frieden und Abrüstung wird in der Arbeit der Partei DIE LINKE weiterleben. Und in kritischen Situationen werden uns seine Argumente und Ratschläge weiter begleiten und helfen.“