Sendung 694 vom 22.02.2026
Willkommen liebe Zuschauerinnen und Zuschauer!
Nach einer Winterpause starten wir nun ins neue Jahr und werden wieder regelmäßig interessante Informationen für Sie anbieten. Und dies dreimal im Monat in der ersten, zweiten und vierten Woche. In der dritten und eventuellen fünften Woche senden wir nicht.
Zukünftig wird diese Sendung definitiv nicht mehr im offenen Kanal Offenbach/Frankfurt ausgestrahlt, da die Hessen CDU ihren jahrzehntelangen Kampf gegen das Konzept der „offenen Kanäle“ endgültig gewonnen hat und diese in der bisherigen Form nicht mehr existieren. Somit ist unsere Sendung, wie all die vielen Jahre auch, zuverlässig über unsere Homepage und YouTube zu empfangen. Und mit dieser Vorrede wollen wir unsere erste Sendung im neuen Jahr beginnen indem wir uns mit den Vorgängen im Iran beschäftigen.
Man stelle sich einmal vor, die Kinder oder Enkel von Franco oder Mussolini würden im jeweiligen Land öffentlich zum Sturz der Regierung aufrufen mit dem Ziel diese durch eine faschistische Regierung zu ersetzen. Der Aufschrei wäre mit Sicherheit riesig! Dies ist allerdings nicht der Fall, wenn der Sohn eines der größten Verbrecher der Nachkriegszeit sich hinstellt und – gerade in Deutschland – öffentlich zum Sturz des existierenden Systems und der Regierung im Iran aufruft. Die gesamte Schah-Familie mit ihren beiden letzten Regenten, hat in der Zeit ihrer Regentschaft unsägliches Leid über das iranische Volk gebracht. Und nun schickt sich ein Nachfahre dieser kriminellen Bande an, sich politisch wieder an die Spitze setzen zu wollen. Und das ausgerechnet von Deutschland aus, ohne jeden Widerspruch aus der herrschenden Politik; im Gegenteil!
Und wieder einmal ziehen im Hintergrund die USA die Fäden, als die führenden und ungeschlagenen Spezialisten, wenn es darum geht eine regulär gewählte Regierung durch eine verbrecherische (aber USA freundliche) Diktatur zu ersetzen.
Es gibt wohl kaum jemanden weltweit der von der aktuellen Herrschaftsform in Iran „begeistert“ ist, aber es darf nicht vergessen werden, daß erst die Einmischung der USA im Iran, mit Absetzung der demokratisch gewählten Regierung von Mossadegh und dem Einsetzen des letzten Schah, zu dem politischen System geführt hat das heute existiert. Ohne die USA würde es heute also das abfällig als „Mullah Regime“ titulierte politische System mit absoluter Sicherheit so gar nicht geben!
Und auch bei den aktuellen Ereignissen im Iran (und natürlich auch hier bei uns in der BRD) ziehen die USA, und nicht zu vergessen Israel, im Hintergrund die Fäden ohne daß die Menschen im Land auch nur die leiseste Chance haben auf die Geschehnisse einzuwirken. Denn wie überall auf der Welt geht es um deren Willen und Bedürfnisse zu allerletzt!
So hatte es die “wertewestliche” Elite gerne: Vor der Münchner Sicherheitskonferenz (MSC) wehte am Samstag vergangener Woche ein Meer aus Fahnen der iranischen Schah-Diktatur, dazu US-amerikanische, israelische, deutsche und einige Ukraine-Flaggen. Zehntausende Freunde des NATO-Imperialismus, teils angekarrt mit Bussen aus ganz Europa, jubelten dem aus den USA eingeflogenen Schah-Sohn Reza Pahlavi zu, darunter iranische Exil-Monarchisten, fanatische Trump-Anhänger, pro-israelische Aktivisten, rechtsextreme Nationalisten und allerlei Persönlichkeiten aus Politik und Wirtschaft. Teilnehmer riefen öffentlich zum Mord an Linken auf, Naziparolen erklangen.
Der NATO-Presse lieferte der illustre Auflauf von Schah-Anhängern aller Couleur jedenfalls die passenden Bilder, um die Teilnehmerzahlen zusätzlich aufzublasen, “westliche Werte” abzufeiern, implizit israelische Verbrechen zu verharmlosen, einem US-Krieg gegen Iran – zu dem Pahlavi aufrief – mehr oder weniger subtil das Wort zu reden und den US-gesponserten Kapital-Monarchen als “Demokraten” zu verklären.
Mit keinem Wort erwähnte die deutsche Presse die expliziten Hinweise auf millionenschwere, gesteuerte Internetkampagnen für die angebliche “Lichtgestalt” im US-Exil, dessen Vater 1979 vor seiner Flucht aus dem Iran noch rechtzeitig seine zusammengeraubten Millionen gesichert hatte, von denen Pahlavi angeblich bis heute lebt. Daß er von der CIA massiv unterstützt wurde, ist zumindest für die Vergangenheit belegt – und es ist wenig plausibel, daß es damit vorbei sein könnte. Auch zur israelischen Politik pflegt er bis heute beste Verbindungen.
Als Marionette der westlichen Oligarchie durfte sich Pahlavi bei der MSC medienwirksam als Führer des iranischen Widerstands inszenieren. Getarnt als “neutrale Berichterstattung” stimmten viele Leitmedien, darunter das ZDF, in den Chor der “Jubelperser” ein.
Knallharter Antikommunismus gehört zu Pahlavis Programm. Die Zeit berichtete, die Demo-Organisatoren hätten den Teilnehmern beim Auftakt geraten, entsprechende Parolen semantisch abzumildern: Statt “Tod den drei Korrupten” sollten sie rufen: “Schande über die drei Korrupten”. Der Slogan richtet sich nicht nur gegen die Mullahs, sondern auch gegen deren linke Opposition inner- und außerhalb Irans.
Was die Zeit und andere Medien geflissentlich verschwiegen: Bei diesem Slogan blieb es nicht. Videos belegen, wie Demonstranten lautstark Mordaufrufe auf Persisch skandieren, darunter: “Tod den Linken! – Wir sind Arier, wir verehren keine Araber!” Pahlavi selbst rief demnach augenscheinlich von der Bühne: “Ein Volk, ein Reich, ein Führer!”
Das Publikum zollte der astreinen Naziparole frenetischen Beifall, während die Polizei nur zusah. Daß es der Staatsgewalt in München an Persisch-Übersetzern gemangelt haben könnte, ist wohl auszuschließen.
Als Hauptorganisator des Münchner Aufmarschs im Rahmen eines “weltweiten Aktionstages” der pro-westlichen Schah-Monarchisten firmiert der eher unscheinbare Verein für Exil-Iraner namens “The Munich Circle” (Der Münchner Zirkel). Auf seiner Webseite gibt er sich als “parteipolitisch neutral” und “frei von Ideologien” aus.
Sein Aufruf gibt derweil ein völlig anderes Bild ab. Dort heißt es in der Überschrift: “Solidarität mit der Löwen- und Sonnenrevolution im Iran.” Der Löwe und die Sonne sind explizite Schah-Symbole, die Demonstranten massenhaft auf Flaggen zur Schau stellten. Für eine Rückkehr des Schah-Sohns aus den USA als neuer Diktator standen die meisten Demonstranten in Iran ganz sicher nicht – anders als manch ein Exil-Iraner.
Unklar bleibt, woher das viele Geld denn stammt, das die Großkundgebung verschlungen haben muß – inklusive wohl hunderter gecharterter Busse, mit denen die iranischen und nicht iranischen Schah-Anhänger verbilligt und teils mit ausgiebiger Verpflegung aus dem In- und Ausland angereist waren.
Es hat wohl seinen Grund, weshalb sich republikanische US-Politiker wie Senator Lindsey Graham (mit MAGA-Käppi) und pro-israelische Propagandisten wie Michel Friedmann auf der Bühne “die Klinke in die Hand” gaben. Hellhörig werden sollte man auch, wenn deutsche Medien und hochrangige Politiker von der CDU über die SPD und die Grünen bis hin zur AfD, die sich sonst gern als Vorzeigedemokraten (und Tonangeber über die ganze Welt) aufspielen, nun plötzlich für einen monarchistischen Umsturz in Iran, made in USA, teils sehr euphorisch werben.
Da darf man schon mal über finanzkräftige Unterstützer und aktive Propaganda-Netzwerke spekulieren. Die sind eher nicht an Menschenrechten in Iran (und anderswo) interessiert, dafür womöglich an etwas ganz anderem: der globalen Errichtung (faschistischer) Vasallendiktaturen zugunsten der US-Oligarchie, um deren imperiale Weltmacht neu abzusichern. Der Trend geht jedenfalls genau dahin – in Deutschland, in Europa und der ganzen Welt.
Wir sehen uns zur nächsten Sendung wieder!
