Die Vergessenen dieser Welt!

Nachrichten, Analysen und Meinungen zu aktuellen Themen, die anderweitig nicht gezeigt und gemeldet werden

Sendung 534 vom 14.01.2021

(Sendungen 2021)

Hallo liebe Zuschauerinnen und Zuschauer!

Erfahrungsgemäß tritt die Wahrheit immer ans Licht, jedoch meistens verzögert. Daher möchten wir durch einen flüchtigen Rückblick in jüngere und jüngste Geschichte unseres Landes manchen Fragen nachgehen, die im Zuge der historischen Wahrheitsfindung und Fehlervermeidung unverzichtbar sind.

Hält uns die Corona-Pandemie im Schach und ermöglicht, daß all die bis zu ihrem Ausbruch aus erklärlichen Gründen entstandenen System- und Gerechtigkeitsfragen unbehandelt und unreflektiert hingenommen werden und nicht nur weiterhin über unser Leben bestimmen, sondern versuchen sich institutionell wie politisch und wirtschaftlich für ein weiteres Jahrhundert als alternativlos und unwiderleglich zu etablieren und zu befestigen, ist der Pflicht eines Jeden die hierfür Zuständigen und Zuständigkeiten zu hinterfragen.

In diesem Zusammenhang kommt uns schleunig und unvermittelt ein Institut in den Sinn, dessen Wissenschaftler sich recht früh und richtungsgebend in die gesellschaftliche Debatte verankerten, ihren Verlauf beeinflußten und bestimmten. Die indes im Mittelpunkt der Öffentlichkeit stehen und durch ihre, dem Anschein nach, hoch qualifizierte virologische und epidemiologische Fachspezifikation jeglichen anderweitigen Debatten von vornherein im Weg stehen. Verschwiegen und gerne vergessen wird dabei seit langem, daß sie und deren renommierten wissenschaftlichen Gehilfen sich – in der Vergangenheit im „Namen der Wissenschaft“ zahlreicher Verbrechen schuldig gemacht haben. Ja, die Rede ist von RKI (Robert Koch Institut).

Zu Kolonialzeiten war es üblich, daß Forscher skrupellos mit Afrikanern experimentierten, allen voran die Deutschen. Auch Robert Koch zwang kranke Menschen in Konzentrationslager und testete an ihnen neue Gegenmittel. Die Greueltaten der kolonialen Tropenmedizin wirken bis heute.

Koch ging sofort mit Beginn der Kolonialkriege 1883 als 39-jähriger Arzt nach Afrika. Seine Experimente fanden im Rahmen der militärisch-wirtschaftlichen Eroberung von Kolonien, d.h. der Ausbeutung von Menschen und Bodenschätzen, statt. Im Auftrag der Reichsregierung experimentierte er mit Eingeborenen in Südafrika und Deutsch-Ostafrika. Dort sollte u.a. die Schlafkrankheit bekämpft werden, damit den deutschen Unternehmern möglichst wenige Arbeitskräfte wegstarben.

Als Medikament testete er das arsenhaltige Mittel Atoxyl. Daß es in hoher Dosierung giftig ist, war bekannt. Trotzdem erhöhte er die Dosis schrittweise… und nahm Schmerzen, Erblindung und den Tod tausender Menschen billigend in Kauf. Um pro Tag rund 1000 Patienten zu untersuchen, isolierte er vermeintlich Kranke in schon damals sogenannten Konzentrationslagern: Es fehlte an allem… Wie viele Menschen allein wegen dieser Zustände starben, weiß niemand.

Die Kolonialmedizin sollte nicht Menschen in Not helfen. Sie diente dem ökonomischen Aufschwung der Kolonie – und neuen Erkenntnissen für die deutsche Wissenschaft und die Pharmaindustrie. Nach dem Kaiserreich und dem verlorenen 1. Weltkrieg nahmen die Alliierten Deutschland die Kolonien ab. Aber die Tradition wurde fortgeführt: So haben die deutschen Ärzte an Afrikanern erprobt, was sie später an Juden, Homosexuellen und politischen Gegnern „perfektionierten“.

Diese Geschichte ihres Namensgebers wurde und wird nicht vom Robert Koch-Institut aktiv und öffentlich aufgearbeitet, auch nicht etwa von der staatlich subventionierten Medizingeschichte.

Ähnlich ist es bei der führenden medizinischen und Pandemie-Forschungseinrichtung des kapitalistischen Westens, der privaten Elite-Universität Johns Hopkins University in Baltimore/USA. Dort werden zahlreiche spezialisierte Institute seit dem 1. Weltkrieg vom Staat zusammen mit reichen Unternehmens-Stiftungen finanziert, so gegenwärtig z.B. durch die Stiftungen der Multimilliardäre Michael Bloomberg, Stavros Niarchos (Unterstützer des Militärputsches in Griechenland 1967) und William Gates.

Mediziner der Johns Hopkins University waren nach dem 2. Weltkrieg von 1946 bis 1953 an tödlichen Experimenten beteiligt: Sie infizierten in Guatemala 1500 Gefangene, Prostituierte, einfache Soldaten und Kinder aus kirchlichen Heimen ohne deren Wissen mit Geschlechtskrankheiten. Ziel: Die Geschlechtskrankheiten der weltweit in neuen Kriegen eingesetzten US-Soldaten auf möglichst niedrigem Stand halten und deren Kampffähigkeit erhalten. Auch diese Verbrechen wurden nicht durch die Universität selbst aufgearbeitet, sondern werden bis heute beschwiegen.

Erst 2010 stieß die Historikerin Susan Reverby, ohne danach zu suchen, zufällig auf Unterlagen. Die darauf begründete Entschädigungsklage hunderter Betroffener und Nachkommen gegen die Universität, die finanzierende Rockefeller-Stiftung und den Pharmakonzern Bristol Myers Squibb steht in Washington immer noch zur Entscheidung an. Keiner der Angeklagten bestreitet die Fakten, sie weisen aber alle Schuld von sich und haben sich nicht entschuldigt.

Die führende Virologie- und Pandemie-Institution in Deutschland ist, neben dem exekutierenden Robert Koch-Institut, die Charité. Sie ist unter staatlichem Dach zugleich das größte durchprivatisierte Krankenhaus in Deutschland – etwa durch die Auslagerung zahlreicher Tätigkeiten in die Billigtochterfirma Charité Facility Management GmbH. Die Charité betreibt Forschung und pflegt weltweite Beziehungen – besonders intensiv mit der Johns Hopkins University.

Die Charité betreibt seit 2013 das Projekt „GeDenkOrt.Charité – Wissenschaft in Verantwortung“. Beim Aufarbeitungsprojekt „GeDenkOrt.Charité“ wird pflichtgemäß daran erinnert, daß die Krankenhaus-Leitung in der NS-Zeit jüdische Mitarbeiter entlassen hat.

Erst 2019 wurde ein besonderes medizinisches Verbrechen thematisiert: Die Verwertung der Leichen von hingerichteten Widerstandskämpfern des NS-Regimes in der Anatomie der Charité: Aber die Aufarbeitung wurde sofort und wird bis heute auf einen ganz kleinen Bereich eingegrenzt.

Von 1933 bis 1945 wurden vor allem im Berliner Gefängnis Plötzensee mehr als 2.800 Widerstandskämpfer und politisch Diskriminierte hingerichtet. Sie wurden mehrheitlich zur wissenschaftlichen Verwertung, zu Forschungs- und Lehrzwecken an das Anatomische Institut der Charité geliefert.

Die Verwertung geschah nicht zwangsweise, sondern nach den präzisen Wünschen der Charité, etwa daß die Hinrichtungen nicht später als abends um 20 Uhr stattfinden sollten: Die nächtlichen Luftangriffe sollten nicht die „Bearbeitung der Leichen zu Forschungszwecken“ behindern. Und die „beteiligten Ärzte“ sollten noch rechtzeitig mit den öffentlichen Verkehrsmitteln „nach Hause kommen können“.

Am 9. Mai 2018 veranstaltete die Charité das Symposium „Die Berliner Anatomie im Nationalsozialismus“. Die beiden Fachvorträge von Prof. Andreas Winkelmann und Prof. Johannes Tuchel beschränkten sich allerdings auf den Charité-Anatomen Prof. Hermann Stieve, der allerdings nur etwa 300 Leichen aus Plötzensee verwertete.

Die Aufarbeitung durch die Charité beschränkt sich auf den „Fall Stieve“. Was mit den anderen 2.000 Leichen Hingerichteter aus Plötzensee in der Charité passierte, durch wen sie als „wertvoller Wertstoff“ verwertet wurden – bleibt unerforscht!

Wenn man bedenkt, in welcher ideologischen Tradition, zu welchem Zweck und zu wessen Diensten, RKI und Co. historisch gehandelt haben und strukturiert wurden, sollte die Frage beantwortet werden, auf welcher Basis könnten solche Institutionen, ohne eine grundlegende Ursachenforschung und Strukturveränderung, für die schwierigsten Krise unserer Zeit ethische und sozialverträgliche Lösungsansätze entwickeln können!

Wir sehen uns zur nächsten Sendung wieder

Quellen:
www.tlaxcala-int.org

Kommentare deaktiviert für Sendung 534 vom 14.01.2021

Sendung 533 vom 07.01.2021

(Sendungen 2021)

Willkommen liebe Zuschauerinnen und Zuschauer. Wir wünschen Ihnen ein schönes neues Jahr 2021.

Ob mit oder ohne Donald Trump drehen die USA weiter an der globalen Eskalationsspirale. In einer Rede in der letzten Dezemberwoche betonte Joe Biden die Notwendigkeit einer „Modernisierung“ der US-Verteidigungskapazitäten angesichts der Bedrohungen durch China und Russland. Biden sprach auch den kürzlich entdeckten Hack der Softwarefirma SolarWinds an, von dem mehrere Regierungsbehörden betroffen waren.

Biden sagte, er habe mit einem Mitglied seines Übergangsteams über die verschiedenen strategischen Herausforderungen gesprochen, mit denen wir sowohl von Russland als auch von China konfrontiert werden, und über die Reformen, die wir durchführen müssen, um die USA in die bestmögliche Position zu bringen, um diesen Herausforderungen zu begegnen. Er sagte, diese Reformen beinhalten „die Modernisierung unserer Verteidigungsprioritäten, um Aggressionen in der Zukunft besser abzuschrecken.“

In Kommentaren der letzten Woche warf Biden Präsident Trump vor, der Cybersicherheit keine Priorität einzuräumen, und machte, wie viele andere auch (und nicht anders zu erwarten), Russland für den SolarWinds-Hack verantwortlich, obwohl es keine Beweise für eine Beteiligung Moskaus gibt. Der ehemalige Vizepräsident hat auch Vergeltung für den SolarWinds-Hack geschworen, und Bidens Stabschef sagte, daß die Antwort der kommenden Regierung mehr sein würde als „nur Sanktionen“.

Quellen, die dem Übergangsteam nahestehen, ließen Reuters wissen, daß die Antworten, die von der Regierung erwogen werden, finanzielle Strafen und Hacks gegen die russische Infrastruktur sind. In den letzten Jahren haben die Vereinigten Staaten von Amerika ihre offensiven Operationen im Cyber-Bereich verstärkt.

Nach den Präsidentschaftswahlen im November sagte der Chef des Cyber-Kommandos, General Paul Nakasone, daß die USA Maßnahmen gegen „Gegner“ ergriffen, um Wahleinmischungen zu verhindern. Im September sagte FBI-Direktor Christopher Wray bei einer Senatsanhörung, daß das FBI das Pentagon und andere Geheimdienste mit Informationen versorgt hat, um offensive Cyberoperationen durchzuführen.

Im Juli konnte Yahoo News erfahren, daß Präsident Trump der CIA im Jahr 2018 neue Befugnisse gegeben habe, die es der Behörde erlaubten, Cyberangriffe zu verstärken. Der Bericht besagte, daß die CIA die neuen Befugnisse nutzte, um Operationen gegen den Iran und andere sogenannte „gegnerische“ Nationen auszuführen.

Es scheint egal zu sein, auf welches globale Schlachtfeld man schaut. Die Blutspur des US-Amerikanischen Imperialismus war schon da und hat seine Handschrift hinterlassen.

Zwei B-52-Bomber der US-Armee absolvierten, in der letzten Dezemberwoche, vor dem ersten Jahrestages der Ermordung von Qassem Soleimani, eine 30-stündige Mission im Nahen Osten.

US-Beamte kündigten die Mission zweier B-52-Bomber an, nachdem sie den Nahen Osten verlassen hatten. Dies ist die dritte Mission, die den B-52-Bombern der US Air Force in den letzten 45 Tagen ähnelt. Berichten zufolge flogen zwei B-52-Bomber der US-Luftwaffe über den Persischen Golf.

General Kenneth Mackenzie, der Kommandeur des US-Zentralkommandos, sagte, der Zweck der neuen B-52-Bombermission im Nahen Osten sei es, mögliche Gegner abzuschrecken.

Die Äußerungen kamen, als ein hochrangiger US-Beamter der Washington Post sagte, daß die Gefahr eines Angriffs auf die Amerikaner oder die Interessen Washingtons in der Region „sehr real“ sei.

Der hochrangige Beamte, der nicht genannt werden wollte, betonte, daß die aktuelle Situation „die besorgniserregendste Situation“ seit der Ermordung von Qassem Soleimani sei. Er fügte hinzu, daß sich die Vereinigten Staaten auf eine mögliche Konfrontation mit dem Iran im Falle eines Angriffs auf die Amerikaner oder die Interessen der USA im Nahen Osten vorbereiten würden.

Soleimani spielte eine entscheidende Rolle in einer Iranischen Friedensinitiative für die Anrainerstaaten des Persischen Golfes. Hier trat er als Übermittler von diplomatischen Nachrichen auf. Er war Teil einer Friedensinitiative und für keinen eine Bedrohung, im Gegenteil. Ihn zu ermorden zeigt, dass die USA keinen Frieden wollen, sondern nur imperiale Weltherrschaft mit kriegerischen Mitteln.

Andererseits hat das iranische Parlament in einer geschlossenen Sitzung in Anwesenheit von Ismail Qaani, dem derzeitigen Kommandeur der Revolutionsgarde, die neuesten Entwicklungen in der Region besprochen. Laut einem Abgeordneten des iranischen Parlaments,  sprach er auf dem Treffen über „Aktionen auf der Tagesordnung der Widerstandskräfte“.

US-Außenminister Michael Pompeo nutzt seine letzten Amtstage, um weitere Sanktionen gegen den Iran und Partner des Landes zu verhängen. Ebenfalls nur wenige Tage vor dem Jahrestag des Mordanschlags passierte das U- Boot »USS Georgia« in Begleitung weiterer US-Kriegsschiffe demonstrativ die Straße von Hormus im Persischen Golf. Die Entsendung der Schiffe solle den »Schutz der regionalen Sicherheit« gewährleisten, hieß es in einer Erklärung. Die 5. US-Flotte ist in Bahrain stationiert und für mögliche Kampfeinsätze im Persischen Golf, im Arabischen Meer und Indischen Ozean zuständig.

Israel schickte am 19. Dezember ein U-Boot durch den Suezkanal. Die israelische Marine hatte Anfang des Monats das erste von insgesamt vier der in der BRD gebauten U-Boote der Dolphin-Klasse aus der deutschen Waffenschmiede Thyssen-Krupp erhalten. Der Oberkommandierende der israelischen Streitkräfte, Generalleutnant Aviv Kochavi, sprach beim Empfang des Schiffes von „einer der modernsten Kriegswaffen der Welt“.

Die Gesamtkosten für das Kriegsgerät „Made in Germany“ werden mit 1,5 Milliarden Euro beziffert. Die Bundesregierung übernimmt davon 25 Prozent und solidarisiert sich damit mit dem barbarischen Morden des israelischen Militärs im nahen Osten. In Deutschland wird die Lieferung der U-Boote in das Kriegs- und Krisengebiet um Israel von der linken Opposition und der Friedensbewegung scharf, aber bisher ergebnislos kritisiert.

Die Spannungen im Nahen Osten haben in den letzten Wochen nach der Ermordung von Mohsen Fakhrizadeh, einem hochrangigen Beamten des iranischen Verteidigungsministeriums, zugenommen. Eine neue Runde von Spannungen zwischen dem Iran und den Vereinigten Staaten hat, 21 Tage bevor die Präsidentschaft des derzeitigen US-Präsidenten Donald Trump endet, begonnen. Und die USA bleiben der Aggressor Nr. 1 weltweit. Egal unter welchem Präsidenten.

Wir sehen uns zur nächsten Sendung wieder.

Kommentare deaktiviert für Sendung 533 vom 07.01.2021

Sendung 532 vom 30.12.2020

(Sendungen 2020)

Willkommen liebe Zuschauerinnen und Zuschauer!

Mittler Weile ist es einen Monat her, daß mal wieder ein iranischer Wissenschaftler bei einem Anschlag getötet wurde. Berichte über den Tod des hochrangigen iranischen Nuklearwissenschaftlers  Mohsen Fakhrizadeh signalisieren eine weitere gefährliche Wendung in Washingtons systematischen Versuchen, die derzeitige iranische Regierung zu untergraben und zu stürzen.  Denn der „New York Times“ zufolge sind die Urheber dieser Aktion in den USA sowie im Mossad zu suchen.

Nur ein Einzelfall? Mitnichten: Der Iran erhielt 1967 aus den USA seinen ersten Forschungsreaktor. Erst im Jahre 2002 wird die Weltgemeinde wieder auf die iranische Atomenergie aufmerksam – aus dem exiliranischen Milieu werden der Presse Aufnahmen aus Arak, Natanz und Buschehr zugespielt – Präsident Khatami beschwört beschwichtigend die zivilen Absichten des iranischen Atomprogrammes. Mit dem zweiten „Wahlsieg“ des ultrakonservativen Hardliners Ahmadinedschad wird der iranischen Diplomatie ein Ende gesetzt. Medial wird ein Schreckensszenario aufgeblasen, 2010 beginnt die Mordserie.

Massud Ali-Mohammadi, Physikprofessor an der Teheraner Universität, stirbt. Eine Bombe reißt ihn in den Tod. Elf Monate danach: Zwei Bomben zünden zeitgleich – eine davon schickt Atomphysiker Majid Shariari ins Nirwana, seine Frau überlebt schwerverletzt. Fereidun Dawani, Atomprogrammleiter, überlebt knapp. Mitte 2011: Vor den Augen seiner Frau sowie seiner Tochter wird dem Neutronenexperten Darioush Rezaeinejad von einem Motorradgespann aus fünf mal in den Kopf geschossen – er kam gerade vom Kindergarten. Sieben Monate danach muss Mostafa Ahmadi Roshan nach einer Explosion auf dem Weg zur Arbeit in Süd-Teheran sterben. Wie die iranische Presse meldet, wurde auch im Januar 2015 versucht, einen bedeutenden Wissenschaftler zur Strecke zu bringen. Die Mission scheitert, im Juni folgte der Abschluss des Atomabkommens.

Und 2020? General Qassem Soleimani wird durch eine Drohne in der Nähe des Bagdader Flughafens getötet – der Kommandant der Auslandsabteilung der iranischen Revolutionsgarden, befand sich auf dem Weg, eine Vermittlungsbotschaft gen Riad zu übergeben. Die iranische Tudeh-Partei verurteilt die aktuellen Geschehnisse scharf und schätzt ein, dass es seit 2007 insgesamt sieben Morde oder Mordversuche an iranischen Wissenschaftlern gegeben hat, in einer Stellungnahme klagt sie die grassierende Korruption als Einfallstor für fremde Geheimdienste an.

Die israelisch-sunnitische Achse nimmt in den letzten Tagen der Trump-Legislatur den Iran ins Fadenkreuz, sie spielt mit der Gefahr eines Flächenbrandes. Auch wenn das realistische Lager der Reformer um Präsident Rohani nicht in die Fakhrizadeh-Falle getappt ist – die schiitischen Konservativen sprachen in ihrer Zeitung „Keyhan“ Klartext: Neben einem Bild iranisch-russischer Waffen prangte auf der Titelseite die Kampfansage: „Raketen auf Tel Aviv“. Der Druck steigt. Es ist der Besonnenheit der iranischen Diplomatie zu verdanken, dass die Welt keinen erneuten Krieg am Golf erleben muss.

Und das alles nur wegen eines angeblichen militärischen iranischen Atomprogrammes, für das es keinerlei Beweise gibt, im Gegenteil gibt es von allen iranischen Seiten laufend Dementis.

Was es allerdings real gibt ist die massive Aufrüstung mit Atomwaffen des Westens. Und das INCLUSIVE Deutschlands, denn die hier lagernden Atombomben werden nicht abgeschafft sondern modernisiert.

In diesem Zusammenhang ist eine DPA-Meldung sehr interessant:

„Die NATO-Staaten haben in einer gemeinsamen Erklärung ihre Ablehnung des UN-Vertrags über das Verbot von Atomwaffen bekräftigt. Der Vertrag spiegele das in zunehmendem Maße herausfordernde internationale Sicherheitsumfeld nicht wider und stehe im Widerspruch zu bestehenden Regelungen zur Abrüstung und Nichtverbreitung von Kernwaffen, heißt es in dem veröffentlichten Text. Die NATO bleibe »ein Atombündnis«, solange es Staaten gebe, die Atomwaffen haben. Der von der Kriegsallianz kritisierte UN-Vertrag tritt am 22. Januar 2021 in Kraft, nachdem ihn mit Honduras jüngst das 50. Land ratifiziert hatte. In dem völkerrechtlich bindenden Dokument verpflichten sich die Unterzeichner, »nie, unter keinen Umständen« Atomwaffen zu entwickeln, herzustellen, anzuschaffen, zu besitzen oder zu lagern.“ Zitat Ende.

So kann man laut fragen WER die Schurkenstaaten sind. Die Antwort liegt eindeutig auf der Hand!

Diese Terrorangriffe ohne Kriegserklärung basieren auf einer Theorie der USA und der israelischen Regierung, wonach die Islamische Republik Iran angeblich zu den gefährlichsten Staaten der Region gehört, zu deren Schwächung und Ausschaltung jedes Mittel Recht ist – jenseits von Völkerrecht und Diplomatie.

Israel führt Krieg gegen „iranische Ziele“, wo immer sich diese befinden, verkündete Benjamin Netanjahu im vergangenem Jahr. „Iran hat nirgendwo Immunität. Unsere Kräfte operieren in jeder Richtung gegen die iranische Aggression“, twitterte der Premierminister damals und versuchte damit die Angriffe auf die Territorien der souveränen Nachbarstaaten Syrien, Libanon und Irak zu rechtfertigen.

Auffällig ist hierbei, dass Netanjahu nicht mehr von der Gefahr einer „iranischen Bombe“ schwadroniert, was er seit über 20 Jahren praktizierte. Schon 1999 – während seiner Rede vor den Vereinten Nationen – propagierte der israelische Politiker, dass es „fünf vor zwölf“ Uhr sei, was den Bau einer iranischen Atombombe angeht. Seitdem wurde diese Behauptung von ihm immer und immer wieder gebetsmühlenartig wiederholt. Bewiesen wurden sie bis zum heutigen Tag nie – was andere führende Politiker im Westen nicht daran hinderte, diese falsche Behauptung zu übernehmen. Nachdem die westlichen Militärkräfte die schlimmsten Feinde Irans – nämlich die radikalsunnitischen Taliban in Afghanistan und den arabischen Nationalisten Saddam Hussein im Irak – ausgeschaltet hatten, wurde die Behauptung nach einer angestrebten nuklearen Bewaffnung Irans zum Standardrepertoire.

Inzwischen widersprachen sowohl die Geheimdienste in den USA als auch in Israel diesem Trugbild von der angeblichen „iranischen Gefahr“. Der ehemalige Chef des israelischen Auslandsgeheimdienstes Schabtai Schavit erklärte in einem Interview mit einer israelischen Tageszeitung, dass Israels Armee mit Abstand die stärkste im Nahen Osten sei und daher keinen gleichwertigen Gegner mehr fürchten müsse. Diese Äußerung widerlegt das öffentlich gepflegte Bild von dem „wehrlosen Staat“, der ständig um seine Existenz bangen muss. Was Schavit nicht erwähnte – aber was dennoch ein offenes Geheimnis darstellt – ist jedoch, dass Israel selbst die einzige Atommacht in der Region ist, also mit der alleinigen, erdrückenden nuklearen Übermacht ausgestattet ist.

Übrig bleiben also zwei Atommächte, die aus imperialistischen, vor allem aber auch aus kapitalistischen, Interessen einen souveränen Staat bekämpfen und damit den Weltfrieden extrem gefährden.

Wir sehen uns zur nächsten Sendung wieder.

Kommentare deaktiviert für Sendung 532 vom 30.12.2020

Sendung 531 vom 10.12.2020

(Sendungen 2020)

Von der Veranstaltung 40 Jahre Krefelder Appell am Sonntag dem 15.11.2020 im Frankfurter Gewerkschaftshaus zeigen wir die Redebeiträge von Prof. Dr. phil. Werner Ruf, Politikwissenschaftler und Christoph Strässer, SPD, MdB 2002-2017.

Kommentare deaktiviert für Sendung 531 vom 10.12.2020

Sendung 530 03.12.2020

(Sendungen 2020)

In der heutigen Sendung zeigen wir Ihnen zum letzten mal Ausschnitte aus der Aktionsberatung der Initiative Abrüsten statt Aufrüsten der Friedensbewegung, die am 11.10.2020 in Frankfurt stattfand.

Kommentare deaktiviert für Sendung 530 03.12.2020