Die Vergessenen dieser Welt!

Nachrichten, Analysen und Meinungen zu aktuellen Themen, die anderweitig nicht gezeigt und gemeldet werden

Sendung 440 vom 03.05.2018

02.05.18 (Sendungen 2018)

Hallo liebe Zuschauerinnen und Zuschauer!

Nachdem wir unser Programm in der vorigen Woche, wegen der Syrienkriese, geändert haben, zeigen wir Ihnen heute den zweiten Teil unserer Berichterstattung über die Ostermarschkundgebung 2018 in  Frankfurt.

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Sendung 439 vom 26.04.2018

25.04.18 (Sendungen 2018)

Hallo liebe Zuschauerinnen und Zuschauer!

Ein am 14. April um ca. 3:00 in der Nacht von Samstag auf Sonntag, ohne UN-Mandat, Völkerrechtswidrig wie unerbittlich ausgeführter Angriff dreier Natomitgliedsstaaten: USA, Frankreichs und Großbritannien wirft großen Fragen auf, was die Einhaltung der internationalen Deklarationen und Vereinbarungen wie auch der national die gepriesenen Werte wie Rechtsstaatlichkeit, Demokratie und Menschenreche angeht.

Fügt man noch weitere Aspekte hinzu; nämlich, dass der Angriff kurz vor den bevorstehenden internationalen Bestandaufnahmen der Behördenaufsicht, die Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) stattfand und die Tatsache, dass sich der Militäreinsatz unmittelbar nach der Ankündigung der Vertreibung von IS-Truppen und sogenannten Aufständischen durch die Syrische Armee vollzog, nimmt die Seltsamkeit und Grausamkeit jenes Angriffs vollkommen andere Dimension als anfangs angenommen und von Medien und westlichen Staaten favorisierten wie propagierten Versionen.

Schaut man sich die Vorgänge genauer an, so wird man automatisch an die erfundenen US-Amerikanischen Aussagen zum Besitz von Massenvernichtungswaffen des Irak erinnert. Diesen folgte bekanntlich der Irakkrieg und dessen US-Amerikanische Okkupation. Auch der Einmarsch in Afghanistan kommt einem sofort in den Sinn, der eine völlig unverhältnismäßige Reaktion auf die vorangegangenen Ereignisse darstellte.

Grundlage für die Behauptung, der vorangegangenen Wochen, es läge ein Giftgasangriff, von Syrischer Seite, vor waren Meldungen von zwei Organisationen: der sogenannten Weißhelme und der sogenannten Syrische Amerikanische Medizinische Gesellschaft kurz SAMS. Bei einer genaueren Betrachtung dieser beiden Organisationen stellt sich schnell heraus, dass beide als seriöse Quelle nicht infrage kommen.

Die sogenannten Weißhelme oder Syrischer Zivilschutz sind eine private Organisation, die 2013 von einem früheren britischen Offizier und privaten Sicherheitsberater gegründet wurde. Deren Finanzmittel stammen von der britischen Regierung, privaten Entwicklungshilfeorganisationen und der USAID der USA, der Behörde der Vereinigten Staaten für internationale Entwicklung.

SAMS wiederum wurde 1998 von Mitgliedern der syrisch-amerikanischen Exilgemeinschaft gegründet, die sich in den Vororten von Chicago, Illinois, konzentriert. Ihr, mit einem Anteil von 98%, wichtigster Finanzier ist auch hier die US-Amerikanische Behörde USAID. Die Gruppe engagiert sich nicht nur für den Regimewechsel in Syrien, sie agiert ausschließlich in den von Aufständischen kontrollierten Gebieten.

Damit zeigt sich, dass beide Quellen nicht unabhängig sind, sondern Trolle der USA und Großbritanniens.

Sogar der US-Verteidigungsminister Mattis gab zu, dass es keine soliden Beweise für einen Giftgasangriff gab.

Zweifel an dem Giftgasangriff hat die mehrfach mit zahlreichen Preisen ausgezeichnete Reporterlegende Robert Fisk, der seit 1976 als Nahostkorrespondent tätig ist – zurzeit für den angesehenen britischen Independent. Fisk war in Duma vor Ort und fand interessanterweise niemanden, der sich an einen Gasangriff erinnern konnte. Dafür sprach er mit einem Oberarzt, der eine ganz andere Version zu berichten weiß und die Zweifel an der „Gas-Geschichte“ verstärkt. Der Oberarzt äußerte sich Fisk gegenüber folgendermaßen:

„Es gab eine Menge Beschuss (von Regierungstruppen) und Flugzeuge kreisten die ganze Nacht über Duma – aber in dieser Nacht gab es Wind und riesige Staubwolken kamen in die Keller und Räume, in denen die Menschen lebten. Die Menschen, die hierher kamen, litten unter Hypoxie, Sauerstoffmangel. Dann rief jemand an der Tür, ein „Weißhelm“, „Gas!“ und die Panik begann. Leute fingen an, Wasser übereinander zu werfen. Ja, das Video wurde hier gedreht, es ist echt, aber was Sie sehen, sind Menschen, die an Hypoxie leiden – keine Gasvergiftung.”

Aufgrund unbewiesener Mutmaßungen, Anschuldigungen und Verdächtigungen wird gegen ein Land – von drei Atommächten – ein Militärschlag ausgeführt. Wie ist so etwas im 21. Jahrhundert möglich? Wie kann es sein, dass angeblich „zivilisierte Staaten“ sich verhalten wie die schlimmsten Barbaren im Mittelalter?

Die USA, Großbritannien und Frankreich haben sich schwerwiegender Verbrechen schuldig gemach, nämlich der Durchführung eines Angriffskrieges und dem Bruch des Völkerrechtes. Wieder und wieder, denn dies war ja nicht das erste Mal, setzen sich die USA und auch die Nato über das Völkerrecht und die UN-Charta hinweg. Wer gibt Ihnen dazu das Recht? Und warum schweigt die restliche Weltgemeinschaft bei dieser verbrecherischen „Politik des Stärkeren“?

Bei diesem völkerrechtswidrigen Militärschlag handelte es sich keinesfalls um „chirurgisch saubere und begrenzte Schläge“ gegen Giftgaslager, wie es der unsägliche Trump ausdrückte. Das war eine Aggression mit noch längst nicht absehbaren Folgen für die Sicherheit auch in Europa und dem Rest der Welt.

Dabei stellt sich auch die Frage, wie man überhaupt auf die Idee kommen kann mit Bomben gegen ein mutmaßliches Giftgaslager vorzugehen! Was für eine humanitäre Katastrophe würde eintreten, wenn ein solches wirklich getroffen würde. Unzählige unschuldige Zivilisten die sich dort im Umkreis Aufhalten und dort Leben würden durch die austretenden Giftstoffe sterben. Jeder der so etwas plant und mit einkalkuliert ist ein Mörder, ein Völkermörder.

Den imperialistischen Großmächten, allen voran die USA, die NATO-Staaten, die EU und mit in vorderer Reihe auch die deutsche Kriegs-Bundesregierung, geht es um die „strategische Neuordnung“ des Nahen Ostens nach dem Modell „Irak“ oder der Zerschlagung Jugoslawiens in den 90er Jahren durch NATO und BRD. Solange Syrien seinen – nicht an den „Interessen des Westens“ und seiner Ölkonzerne und Großbanken gebundenen – relativ autonomen Kurs verfolgt, so lange hat dieser letzte laizistische Staat der Region in den Augen der imperialistischen Mächte kein Existenzrecht.

Der amerikanische Militärgeheimdienst hat den Mainstreammedien einen Bericht zugespielt, laut dem die syrische Regierung trotz der Raketenangriffe der USA, Großbritanniens und Frankreichs am 14. April weiterhin über Chemiewaffen verfügt. Er fordert damit unterschwellig umfangreichere und tödlichere Angriffe, die eine Konfrontation mit der Atommacht Russland auslösen könnte. Letztere hat Truppen in Syrien stationiert, die auf Seiten der Streitkräfte von Präsident Baschar al-Assad kämpfen.

Die New York Times berichtete am vergangenen Freitag dem 20. April unter der Schlagzeile „Pentagon: Raketenangriffe werden Syriens Chemiewaffenangriffe nicht aufhalten“, mit der Unterzeile“ Ein militärischer Geheimdienstbericht stellte fest, dass die syrische Regierung voraussichtlich ihr Chemiewaffenprogramm wieder aufnehmen wird, obwohl Präsident Trump sagte: „Mission erfüllt“.“Auch Reuters widmete dem Bericht viel Raum.

Israel bringt momentan auch wieder einen Militärschlag gegen Iranische Truppen in Syrien ins Spiel. Es besteht die Gefahr, dass es militärisch weitergeht und es nicht bei dem erfolgten völkerrechtswidrigen Militärschlag bleibt. Die USA und die Natomächte sind dabei die Büchse der Pandora zu öffnen und einen 3. Weltkrieg zu provozieren. Das kann durchaus gewollt sein, denn an nichts verdient das Kapital so gut wie am Krieg.

Es wird nunmehr wirklich Zeit, dass sich alle Friedensbewegten erheben. Denn schon übermorgen kann es dafür zu spät sein!

Wir sehen uns zur nächsten Sendung wieder.

 

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Sendung 438 vom 12.04.2018

10.04.18 (Sendungen 2018)

Willkommen Liebe Zuschauerinnen und Zuschauer!

Aktuell sind rund 31 Tote Palästinenser innerhalb weniger Tage zu beklagen, deren einziges Verbrechen es war in Gaza an der Grenze zu Israel friedlich zu demonstrieren und weitere bei einem Luftangriff der Israelischen Armee auf den Gazastreifen am vergangenen Montag. Laut Russischen Angaben haben zwei Israelische Kampfflugzeuge in der Nacht zum Montag einen Angriff auf eine Militärbasis geflogen. Dabei sollen 14 Menschen getötet worden sein.

Dies sind nur zwei Beispiele von unzähligen, die die Blutspur zeigen, die die Israelische Armee bei ihren menschenverachtenden Massakern im nahen Osten hinterlässt. Für die Verantwortlichen in der israelischen Politik scheint es keinerlei Recht zu geben, das ansonsten weltweite Gültigkeit hat: Weder zu darauf friedlich zu demonstrieren noch auf die Unversehrtheit von Leib und Leben! Seit Jahrzehnten begeht die israelische Armee ungestraft einen barbarischen Völkermord und heizt die Eskalationsspirale immer weiter an, anstatt an einer friedlichen Lösung für ein gemeinsames Miteinander im Nahen Osten mitzuarbeiten.

Wie bereits in der letzten Sendung ausführlich behandelt findet im Jemen eine humanitäre Katastrophe riesigen Ausmaßes statt, an dem Deutschland und seine Kriegs-GROKO direkt beteiligt ist, da sie nicht damit aufhört Waffenexporte an den Hauptverantwortlichen Saudi Arabien zu genehmigen und Durchzuführen.

Genauso wie bei den Kurden im Türkisch-Syrischen Grenzgebiet, die von der türkischen Armee – dank deutscher Panzer- und Waffenlieferungen – völlig Völkerrechtswidrig getötet werden.

In das, auch mit Hilfe des deutschen Wehrmachtsnachfolgers Bundeswehr und ihrer 17-jährigen Kriegsbeteiligung, völlig instabile Afghanistan, werden seit Jahren von völlig menschenverachtenden Innenminister-Politikhardlinern Flüchtlinge abgeschoben, die bei uns Schutz vor den Gräueln dieses Krieges suchen.

Wohin man dieser Tage schaut, sieht man Gründe warum es gerade momentan so unendlich wichtig ist sich an den jährlich stattfindenden Ostermärschen zu beteiligen und mitzuwirken ein klares und eindeutiges Zeichen zu setzen für Frieden, gegen Kriege und Kriegsbeteiligung sowie gegen deutsche Waffenexporte.

Die Ostermärsche, die in diesem Jahr unter dem Motto „Abrüsten statt Aufrüsten“ stattfanden waren glücklicher Weise in diesem Jahr nicht nur sichtbar stärker frequentiert als in den Vorjahren, auch die mediale Präsens in den Nachrichtenmedien war wesentlich größer.

Und so zeigen wir Ihnen nun eine Zusammenfassung der Abschlussveranstaltung der diesjährigen Ostermärsche Ostermontag dem 2. April vor dem Frankfurter Römer.

Wir sehen uns zur nächsten Sendung wieder.

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Sendung 437 vom 29.03.2018

27.03.18 (Sendungen 2018)

Willkommen liebe Zuschauerinnen und Zuschauer!

Hierzulande von Politik und Medien völlig unzureichend thematisiert wird etwas das die Vereinten Nationen als „größte humanitärer Katastrophe unserer Zeit“ bezeichnen, nämlich den Krieg im Jemen.

Vor drei Jahren, am 26. März 2015, begann eine Militärkoalition unter Führung Saudi-Arabiens eine Intervention im Jemen.

Nach drei Jahren Militärinvasion ist die Lage verheerend. Nach Angaben der Hilfsorganisation Oxfam sind inzwischen drei Viertel der Bevölkerung, die bereits vor dem Krieg als ärmste in der arabischen Welt galt, auf humanitäre Hilfe angewiesen. Die von den Oppositionellen kontrollierten Gebiete werden von Saudi-Arabien und seinen Verbündeten systematisch und ohne Rücksicht auf die leidende Zivilbevölkerung ausgehungert.

Über 3 Millionen Menschen sind im Jemen auf der Flucht im eigenen Land. Laut Zahlen der UN sind seit Beginn der Bombardements im März 2015 über 45.000 Menschen durch Kriegshandlungen verletzt und weit über 10.000 Menschen getötet worden, darunter über 8.000 Zivilisten, wobei die tatsächlichen Zahlen wohl deutlich darüber liegen, wie Reuters berichtet. UNICEF gibt die Zahl getöteter Kinder mit mehr als 1.600 an. Die Saudi-Koalition ist verantwortlich für die überwiegende Mehrheit der Opfer. Doch diese Zahlen sind nur die Spitze eines wesentlich komplexeren Eisbergs, denn neben den Saudis, dem jemenitischen Militär, den Houthi-Rebellen, ISIS und Al-Qaida wüten als direkte Folge des Krieges im Jemen noch zwei weitere todbringende Kräfte: die Cholera und der Hunger. Laut aktuellen Zahlen der UN sind von den 26 Millionen Einwohnern des Jemen knapp 21 Millionen Menschen auf humanitäre Hilfe angewiesen, 76 Prozent der Gesamtbevölkerung.

Unter dem Vorwand, Waffenlieferungen an die Houthis zu unterbinden, verhängt Saudi-Arabien seit Frühjahr 2015 eine Seeblockade gegen den Jemen, die das UN-Menschenrechtskommissariat als völkerrechtswidrig und „schwerwiegenden Bruch grundlegender Menschenrechtsnormen“ bezeichnet. Die saudische Marine patrouilliert in jemenitischen Gewässern und weist willkürlich einen Großteil ankommender Containerschiffe ab oder setzt sie über Monate und vereinzelt länger als ein Jahr vor der Küste fest, wie Reuters ausführlich dokumentiert, sogar UN-Schiffe mit Hilfsgütern werden von den Saudis abgewiesen.

Die Auswirkung dieses Verbrechens sind Sieben Millionen Menschen, die von einer akuten Hungersnot bedroht sind, 17,8 Millionen gelten als „ernährungsunsicher“. Bereits vor dem Krieg musste der Jemen 90 Prozent der benötigten Nahrungsmittel importieren, seither ist der Preis für Mehl um 55 Prozent, der für Treibstoff gar um 560 Prozent gestiegen. Das Gesundheitssystem und die Wasserversorgung stehen vor dem Kollaps – 16 Millionen Menschen fehlt der Zugang zu sauberem Wasser.

Die UN bezeichnet den Jemen (wie schon gesagt) als „die größte humanitäre Katastrophe der Welt“ – und doch könnte der Krieg in der öffentlichen Wahrnehmung kaum weniger präsent sein.

Nach Angaben der Vereinten Nationen sind 15.500 Menschen getötet worden. Drei Millionen Binnenflüchtlinge befinden sich im Land, die saudische See-, Land- und Luftblockade macht ein Verlassen des Jemen fast unmöglich. Eine Cholera-Epidemie, von der fast 100.000 Menschen betroffen sind und die bereits 2.200 Todesopfer forderte, ist nach Ansicht von Experten ebenso wie der Diphterie-Ausbruch maßgeblich auf die zerstörte Infrastruktur und die Blockade zurückzuführen. Die Militärintervention tötet auch mittelbar: Im Jemen stirbt alle zehn Minuten ein Kind an Hunger oder vermeidbaren Krankheiten.

Die bundesdeutschen Kriegs-Bundesregierungen haben sich in der Vergangenheit schon vieler Humanitärer- und Kriegsverbrechen schuldig gemacht. Und auch hier mordet Deutschland, indirekt, „fröhlich mit“ anstatt sich für einen Frieden und die humanitäre Stabilisierung in dieser Region einzusetzen.

Im Gegenteil! Wie im Kapitalismus üblich sind Menschen, Leid und Hunger der deutschen Bundesregierung völlig egal, es zählt einzig und allein der wirtschaftliche Profit. Wie auch bei der Türkei und ihren Kriegsverbrechen gegen die Kurden „belohnt“ Deutschland auch Saudi-Arabien mit Waffenlieferungen.

Ungeachtet der Tatsache, dass Saudi-Arabien seit Jahren Krieg führt, hat die Bundesregierung jetzt und AKTUELL erneut eine Rüstungslieferung an das Königreich genehmigt. Diesmal handelt es sich um acht Patrouillenboote, wie Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) nach einem Bericht der Deutschen Presseagentur dem Wirtschaftsausschuss des Bundestags mitteilte. Die Boote werden demnach auf der Lürssen-Werft im vorpommerschen Wolgast gebaut.

In Wolgast hängen angeblich rund 300 Arbeitsplätze an dem Auftrag aus Saudi-Arabien. Es scheint also so zu sein, dass deutschen Regierenden deutsche Arbeitsplätze wichtiger sind als Menschenleben auf der Arabischen Halbinsel.

Wie eine deutsche Regierung überhaupt Waffen liefern kann ist unbegreiflich. Wenn sie jedoch entgegen Grundgesetz und aller rechtlichen Regelungen Waffen absichtlich und gezielt in Kriegsgebiete und an Kriegsparteien liefert, macht sie sich des Völkermordes mitschuldig und kann unserer Meinung nach nur als verbrecherisch bezeichnet werden! Oder eben als eine, die sich neoliberal / kapitalistisch / marktwirtschaftlichen Werten verpflichtet fühlt, was aber auf dasselbe hinaus läuft!

Erst am Donnerstagabend vergangener Woche hatte der Bundestag der Ausweitung von zwei Bundeswehr-Einsätzen zugestimmt, die angeblich der Bekämpfung des Terrors dienen. Mit den Stimmen der großen Koalition wurden eine Truppenaufstockung in Afghanistan und eine Erweiterung der Ausbildungsmission im Irak auf das ganze Land beschlossen. Bislang hatte die Bundeswehr vor allem die Peschmerga der konservativen kurdischen Regionalregierung im Nordirak unterstützt, nun will sie auch die irakische Zentralregierung in Bagdad beraten und für sie ausbilden. Die neue Mandatsobergrenze liegt bei 800 deutschen Soldaten. Für den Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr wurde eine Truppenaufstockung von bislang höchstens 980 Soldaten auf bis zu 1.300 beschlossen.

Um so wichtiger ist es in diesem Jahr an den Ostermärschen teilzunehmen, um all diesen verbrecherischen Treiben ein klares nein entgegenzusetzen! In den folgenden Tafeln erinnern wir nochmals an die jeweiligen Starttermine.

Wir sehen uns zur nächsten Sendung wieder.

Quellen:
Tageszeitung junge Welt
JusticeNow

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Sendung 436 vom 15.03.2018

13.03.18 (Sendungen 2018)

Hallo liebe Zuschauerinnen und Zuschauer!

In zwei Wochen beginnt die Osterzeit. Wie in jedem Jahr ist dies die Zeit der Ostermärsche. Sie sollen in diesem Jahr ein Zeichen für „abrüsten statt aufrüsten“ setzen. Gegen die aktuellen Kriege und Konflikteskalationen.

Die Bundesregierung plant, die Rüstungsausgaben nahezu zu verdoppeln, auf zwei Prozent der deutschen Wirtschaftsleistung (BIP). So wurde es in der NATO vereinbart.

Zwei Prozent, das sind mindestens weitere 30 Milliarden Euro, die im zivilen Bereich fehlen, so bei Schulen und Kitas, sozialem Wohnungsbau, Krankenhäusern, öffentlichem Nahverkehr, Kommunaler Infrastruktur, Alterssicherung, ökologischem Umbau, Klimagerechtigkeit und internationaler Hilfe zur Selbsthilfe.

Auch sicherheitspolitisch bringt eine Debatte nichts, die zusätzlich Unsummen für die militärische Aufrüstung fordert. Stattdessen brauchen wir mehr Mittel für Konfliktprävention als Hauptziel der Außen- und Entwicklungspolitik.

Militär löst keine Probleme. Schluss damit. Eine andere Politik muss her.

Damit wollen wir anfangen: Militärische Aufrüstung stoppen, Spannungen abbauen, gegenseitiges Vertrauen aufbauen, Perspektiven für Entwicklung und soziale Sicherheit schaffen, Entspannungspolitik auch mit Russland, verhandeln und abrüsten.

Diese Einsichten werden wir überall in unserer Gesellschaft verbreiten. Damit wollen wir helfen, einen neuen Kalten Krieg abzuwenden.

Auch in Offenbach und Frankfurt wollen wir demonstrativ deutlich machen, dass die beabsichtigte Ausweitung des Kriegsgeschehens – und der deutschen Beteiligung daran – nicht unwidersprochen hingenommen wird. Die neue Regierungsbildung in Berlin soll endlich die Friedensfrage aufgreifen und sich gegen Kriege und Waffenlieferungen für Frieden, Abrüstung und eine neue Entspannungspolitik einsetzen. Dafür sollen die Ostermärsche in diesem Jahr Druck machen.

Der Frankfurter Ostermarsch 2018 steht unter der Überschrift:

„Frieden schaffen – abrüsten statt aufrüsten – für eine neue Entspannungspolitik.

Der Wortlaut des Aufrufes im Einzelnen:

Frieden schaffen, Abrüsten statt aufrüsten, Für eine neue Entspannungspolitik

Wir wollen einen grundlegenden Politikwechsel, um Kriege, Gewalt und Unterdrückung, Hunger und Massenelend zu beenden.

Wir fordern von der deutschen Politik die Unterstützung des im letzten Jahr von der großen Mehrheit der UN-Mitgliedsstaaten beschlossenen Vertrages zum Verbot von Atomwaffen. Der bereits 2010 getroffene Bundestagsbeschluss zum Abzug der US-Atomwaffen am Standort Büchel muss endlich umgesetzt werden und Pläne zur „Modernisierung“ der Atomwaffen sind zu stoppen.

Wir fordern eine drastische Umschichtung der öffentlichen Haushalts- ausgaben: Anstatt weiterer Erhöhung der Rüstungsausgaben auf 2% des Bruttoinlandsprodukts (wie innerhalb der NATO festgelegt), fordern wir Abrüstung und damit freiwerdende Geldmittel für Bildung, Gesundheit, Umwelt und Wohnen.

Wir fordern die Beendigung aller Auslandseinsätze der Bundeswehr.

Wir fordern eine friedliche und soziale Entwicklung der Europäischen Union. Demstehen deren beschleunigte militärische Integration für weltweite Einsätze            entgegen sowie die moralisch zu verurteilende, todbringende Abschottung gegen Flüchtlinge.

Wir fordern eine Entspannungspolitik gegenüber Russland anstatt Säbelrasseln und Wirtschaftssanktionen.

Wir fordern einen Stopp aller Waffenexporte und Rüstungskonversion.

Mit einer Politik des Friedens und der Abrüstung, internationaler Kooperation anstatt Konfrontation und Wirtschaftssanktionen können auch Nationalismus, Fremdenfeindlichkeit und Rassismus überwunden werden.

Abrüsten statt aufrüsten ist das Gebot der Stunde.

Auf uns, die friedensbewegten Menschen, kommt es an, eine Politik des Friedens durchzusetzen!

Die einzelnen Starttermine und das Programm der Frankfurter Abschlussveranstaltung sehen Sie in den Einblendungen im Anschluss.

Wir hoffen und wünschen uns natürlich ihr zahlreiches Erscheinen! Es ist Notwendig wie selten zuvor.

Wir sehen uns zur nächsten Sendung wieder.

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