Die Vergessenen dieser Welt!

Nachrichten, Analysen und Meinungen zu aktuellen Themen, die anderweitig nicht gezeigt und gemeldet werden

Solidarität statt Heimat

20.06.18 (Sendungen 2017)

Heute erhielten wir per Email einen Text mit der Bitte einen Aufruf zu unterzeichnen. Da der Aufruf extrem wichtig ist setzen wir den Text hier auf die Homepage:

Liebe alle,

in Zeiten, in denen sich der öffentliche Diskurs täglich unaufhaltsam weiter nach rechts verschiebt, in denen eine menschenverachtende und rassistische Aussage die andere jagt, in denen Skandale heraufbeschworen werden, wo keine sind und somit die fortwährende Unterlaufung der Grundrechte verschleiert wird,

haben wir uns als das Netzwerk für Kritische Migrations- und Grenzregimeforschung, Médico International und das Institut für Solidarische Moderne zusammengeschlossen und einen gemeinsamen Aufruf verfasst. Wir sind zutiefst bestürzt über den massiven Rechtsruck in Deutschland und Europa und distanzieren uns von öffentlicher rassistischer Hetze.

Der Aufruf befindet sich hier: https://solidaritaet-statt-heimat.kritnet.org/ 

Wir brauchen Ihre/eure Unterstützung! Bitte teilt und unterschreibt das Statement. Hier werden Unterschriften gesammelt:

https://solidaritaet-statt-heimat.kritnet.org/ 

Viele Grüße,

Valeria

 

„Solidarität statt Heimat“ – Ein Aufruf gegen Rassismus in der öffentlichen Debatte

Frankfurt am Main, 19.06.2018 (lifePR) – Das Institut Solidarische Moderne (ISM), medico international und kritnet fordern eine klare Positionierung gegen Rassismus und wenden sich gegen eine Politik des Ressentiments. Zahlreiche Personen unterstützen den Aufruf.

Die Initiatoren setzen mit dem Aufruf ein notwendiges Zeichen gegen die zunehmende Polarisierung von rechts in den Debatten um Migration und Asyl. Sie fordern, Rassismus und Entrechtung klar beim Namen zu nennen und eine solidarische und humanitäre Position gegen den Rechtsruck zu verteidigen. Der Erziehungswissenschaftler und Publizist Prof. Dr. Micha Brumlik, die Sozialwissenschaftlerin Prof. Dr. Naika Foroutan, die Intendantin des Hamburger Theaters Kampnagel, Amelie Deuflhard, der Autor Georg Diez, die Soziologin Prof. Dr. Sabine Hark und weitere Wissenschaftler und Kulturschaffende sind Erstunterzeichner.

„Es ist gegenwärtig kaum möglich, sich zwei Wochen Zeit für eine Initiative wie die unsere zu nehmen – die Talfahrt des Rechtstaates, des Asylrechts und der öffentlichen Debatte erreicht alle drei Tage einen nächsten Tiefpunkt“, so Sabine Hess, Professorin für Kulturanthropologie in Göttingen und Mitverfasserin des Aufrufs. „Wir sehen eine Politik auf dem Vormarsch, die auf Isolation, Ausgrenzung und Abwehr setzt und dabei Menschenrechte und demokratische Grundwerte missachtet. Der aktuelle Asylstreit zwischen CSU und CDU liegt ganz auf dieser Linie: Innenminister Seehofer fordert dabei offen zum Bruch europäischen Rechts auf im rechtspopulistischen Überbietungswettbewerb.“

Stephan Lessenich, Professor für Soziologie in München, ebenfalls Mitverfasser des Aufrufs, zieht folgende Linie von den Bäcker-Aussprüchen eines Christian Linders zur aktuellen politischen Zuspitzung: „In den letzten Jahren hat sich in weiten Teilen Europas ein politischer Rassismus breitgemacht, der die Grenzen zwischen dem konservativen, rechten und faschistoiden Lagern zunehmend verschwimmen lässt. Der größte Erfolg der AfD war nicht ihr Einzug in den Bundestag. Ihr mit Abstand größter Erfolg ist, dass man sich in diesem Land wieder hemmungslos menschenverachtend geben und äußern kann, wie wir es in der Stellungnahme formuliert haben.“

Neben migrations- und asylpolitischen Fragen geht es im Aufruf vor allem darum, an die Willkommenskultur im langen Sommer der Migration anzuknüpfen. Dafür braucht es aber die Konfrontation, so Mario Neumann vom ISM: „Wir erleben seit Monaten eine unerträgliche öffentliche Schmutzkampagne, einen regelrechten Überbietungswettbewerb der Hetze gegen Geflüchtete, Migrantinnen und Migranten, aber auch gegen die solidarischen Milieus dieser Gesellschaft. Was wir brauchen ist kein Masterplan zur Migration, sondern ein Masterplan gegen Rassismus.“

Dr. Ramona Lenz von medico international bekräftigt ihrerseits: „Ein großer Teil der Gesellschaft erkennt Migration als gesellschaftliche Realität an und ist solidarisch mit Menschen auf der Flucht. Das ist nicht naiv und realitätsfremd. Die Haltung derer, die Demokratie und Menschenwürde verteidigen, muss in der öffentlichen Debatte dringend wieder hörbarer werden.“

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Sendung 442 vom 07.06.2018

11.06.18 (Sendungen 2018)

12. Juni 2018: Achtung, aktualisieres Video!

Willkommen liebe Zuschauerinnen und Zuschauer!

Oft wird die Frage gestellt, wer die Machtorgane im Hintergrund sind. Die heutige Sendung möchten darum der Erläuterung dieser Frage dienen. Wir befassen uns mit den Machenschaften internationaler Großkonzerne und stellen dabei die Frage, wer sie sind und welchen Einfluss sie auf die Politik, den Frieden beziehungsweise die Rüstung haben. Grundlage dieser Sendung ist der Artikel „Netzwerke der internationalen Konzerne und die deutsche Politik“ aus der mehrmals jährlich erscheinenden Zeitschrift Friedensjournal, herausgegeben vom Bundesausschuss Friedensratschlag, dem Koproduzentin und Produzent angehören. Die wichtigsten Punkte dieses Artikels und was wir dazu in Erfahrung gebracht haben möchten wir Ihnen nicht vorenthalten.

„Chatham House – The Royal Institute of International Affairs“, gilt als einer der mächtigsten Think Tanks der Welt. Wieso das so ist wird einem schnell klar, wenn man sich dessen Zusammensetzung näher betrachtet:

Die Londoner Institution wird von Großbanken, Ölmultis, Rüstungskonzernen und vielen anderen transnationalen Unternehmen und sonstigen einflussreichen Institutionen getragen. Das Chatham House befindet sich in direkter Nachbarschaft zum Hauptsitz des Energiekonzerns BP (British Petroleum). Neben BP gehören dem Think Tank die führenden Öl- und Gasmultis an. Weiterhin steht mit dem Londoner Finanzunternehmen Barclays der einflussreichste transnationale Konzern der Weltwirtschaft hinter dem Royal Institute of International Affairs.

Im Kern des Netzwerks um Barclays wiederum findet sich laut einer Studie der ETH Zürich – ebenso wie bei Chatham House – die sogenannte globale „Elite der Elite“: Zum Beispiel Goldman Sachs, BlackRock oder Zentralbanken und andere einschlägig bekannte und zwielichtige Finanzunternehmen.

Sie sind auch eines der Machtstrukturen hinter dem Royal Institute of International Affairs. Daneben findet man bei Chatham House führende Rohstoffkonzerne, Rüstungskonzerne, sowie Eliteuniversitäten. Selbst die russische und die chinesische Botschaft sind beim Royal Institute der Queen dabei.

Bei dieser Konzentration handelt es sich aber nicht um eine Verschwörungstheorie, es ist eine Tatsache; belegt durch Hochschulstudien und Recherchen. Das ganze Ausmaß dieser Konzentration wird einem durch die folgende Tatsache bewusst:

Eine weitere Studie mit dem Titel „The Network of Global Corporate Control“ der renommierten ETH Zürich aus dem Jahr 2011 macht in besorgniserregender Weise deutlich, wie eng die Wirtschaft über die einflussreichsten Banken und sonstigen Großkonzerne weltweit miteinander verbunden ist. In der Studie kristallisierten sich 1318 Konzerne heraus, die im Durchschnitt mit jeweils 20 weiteren Konzernen verflochten waren. Das führt dazu, dass diese Unternehmen – obwohl sie nur ein Fünftel der globalen Umsätze erzielen – insgesamt vier Fünftel der Umsätze von internationalen Konzernen kontrollieren.

Der von Neoliberalen jedweder Couleur so „heißgeliebte“ Markt, ob Global oder Lokal ist also eigentlich gar keiner, sondern eine Interessengemeinschaft und Verflechtung einiger weniger. Was normalerweise ein verbotenes Kartell wäre, ist durch diese Verflechtungen, Beteiligungen und Zugehörigkeiten zu Drittinstituten völlig legal.

Jetzt wird wohl auch jedem klar, wieso die Reichen, vor allem die Superreichen, immer reicher werden und den Rest der Weltbevölkerung immer weiter hinter sich lassen. Das reichste 1 Prozent, so der Global Wealth Report 2017 von Credit Suisse, besitzt jetzt zusammen so viel wie die ärmere Hälfte der Menschen. Nunmehr haben sie nach Credit Suisse die symbolische Schwelle von 50,1 Prozent am Gesamtvermögen von 280 Billionen US-Dollar überschritten. Dass die Verteilung des Reichtums schon längst jedes verträgliche Maß hinter sich gelassen hat, lässt sich auch aus einer anderen Schätzung erkennen. So besitzen die reichsten zehn Prozent 88 Prozent des Weltvermögens, die ärmere Hälfte der Erwachsenen hat gerade einmal 1 Prozent.

Eine kleine „Elite der Elite“ steuert die Geschicke zu Gunsten ihres eigenen Profites, ohne Rücksicht auf den Rest. Und so bleibt vieles im Verborgenen, da die Entscheidungen im Verborgenen getroffen werden.

All das ist der Grund dafür, warum dieses kapitalistische System und sein Neoliberalismus abgeschafft gehören. Bewegungen, die dies erreichen wollen müssen all diese Zusammenhänge in ihre Entscheidungsfindung mit einbeziehen. Die Forscher stellten weiterhin fest, dass nur 147 Konzerne mehr als 40 Prozent der 43.000 betrachteten transnationalen Konzerne kontrollieren. Mehr noch: Diese 147 Konzerne bilden ein in sich geschlossenes System.

Dieser Einfluss wirkt sich auch unmittelbar auf die deutsche Militärdoktrin aus. Das „Weißbuch“ der deutschen Bundeswehr von 2016 entstand mit Beteiligung des Royal Institute of International Affairs (Chatham House). Während der Auftaktveranstaltung für den Weißbuchprozess 2016 am 17. Februar 2015 trug Chatham House-Direktor Robin Niblett im Beisein der deutschen Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen die „internationalen Erwartungen an Deutschland“ vor. Unverblümt verlangte der Chatham House-Direktor in seiner Rede, die deutschen Rüstungsausgaben zu erhöhen. Die britischen Rüstungsausgaben seien angesichts der schwierigen wirtschaftlichen Situation rückläufig.

Die Rüstungsindustrie diktiert der herrschenden Klasse die Politik der kommenden Jahre und das natürlich in ihrem Sinn. Aufrüstung, Militarismus und Kriegseinsätze zur Gewinnmaximierung der Rüstungsindustrie und des kapitalistischen Systems.

Chatham House dagegen beschreibt die völlige Überforderung der Politik weltweit: „Regierungen in der ganzen Welt haben Probleme, mit der schwindelerregenden Geschwindigkeit des ökonomischen, sozialen und technologischen Wandels zurechtzukommen.“ Auch multilaterale Institutionen wie UN, IWF, EU, WTO und G20 seien nicht in der Lage, diese Krise zu bewältigen. Fast drohend schreibt der Direktor des Royal Institute of International Affairs: „Ohne eine Krise vom Ausmaß des Zweiten Weltkriegs, die ja erst zur Schaffung dieser globalen Architektur führte, scheint eine umfassende Reform dieser Institutionen unmöglich zu sein.“ Um ein solches „Abrutschen in immer größere Instabilität“ zu vermeiden, fordert er für Europa die Stärkung der NATO sowie bilaterale US-amerikanische „Sicherheitsallianzen“ in Asien und im Nahen und Mittleren Osten.

All das bedeutet: Von Großkonzernen getragene Think Tanks verlangen von ausgewählten Staaten unter Androhung wirtschaftlicher Nachteile, ihre Rüstungsausgaben deutlich zu steigern und in verschiedenen Regionen als Weltordnungsmächte mit militärischen Mitteln eine liberale Weltordnung im Sinne der Konzerne durchzusetzen und aufrechtzuerhalten.

Derartige Formationen globaler Macht werfen noch weitere Fragen auf: Was können gewählte Politiker solchen Machtstrukturen entgegensetzen, beziehungsweise wollen sie das überhaupt? Warum wird beim Thema Krieg so hartnäckig verschwiegen, dass es dabei auch ganz wesentlich um Finanz-, Energie- und Rohstoffinteressen globaler Machteliten geht?

Der Krieg als Mittel von Wirtschaft und Politik ist auch im Inneren Gang und Gäbe. Ob G8 in Heiligendamm 2007, Blockupy 2015 oder G20 in Hamburg 2017. Sobald sich Proteste gegen die bestehenden Machtstrukturen erheben, beginnt deren Kriminalisierung. Gleichzeitig beginnt ein militarisiertes staatliches Gewaltmonopol mit der gewaltsamen Niederschlagung jeden Protestes. Hierbei sei ausdrücklich herausgestellt, dass Gewalt nicht nur in Form körperlicher Gewalt auftritt. Auch das zur Schau stellen von gepanzerten Kampfanzügen von Beamten, das Auftreten in unzähligen Hundertschaften, deren Waffen, Wasserwerfer, Panzerfahrzeuge, Mannschaftswagen, Hubschraubern, und anderem, teils militärischem Gerät sind eine Form von Gewalt! Und diese Gewalt hat nur ein Ziel, die sogenannte „Ordnung“ im inneren wieder herzustellen.

Wir verlangen eine Antwort auf einige Fragen. So warum Krieg immer wieder ein bevorzugtes Mittel der Politik ist und wieso er der Bevölkerung als alternativlos verkauft wird, sei es als „humanitär“ oder zur „Hilfe“ oder gar als „normaler“ Beruf oder als Ausbildung wie bei der Bundeswehr bei ihren „Werben für’s Sterben-Aktionen“ an Schulen. Auch das neue bayerische Polizeiaufgabengesetz, das viele weitere Bundesländer aktuell planen nachzuahmen, ist eine solche Form der Militarisierung und des Krieges, in diesem Fall ganz konkret gegen die eigene Bevölkerung im Land, die einer umfassen Rechtfertigung und Antwort bedarf.

Wieso werden Alternativen, die es gibt, verschwiegen und wieso unterwirft man sich dem Diktat der Machtinteressen einer verschwindend kleinen „Elite der Elite“? Woher kommt dieses untertanenhafte Verhalten und was erwartet uns noch; was werden die nächsten Schritte sein. Fragen, die dringend einer Antwort bedürfen.

Wir sehen uns zur nächsten Sendung wieder.

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Sendung 441 vom 24.05.2018

23.05.18 (Sendungen 2018)

Willkommen liebe Zuschauerinnen und Zuschauer!

Bei der Themensuche zu dieser Sendung stellt sich die Frage: Womit anfangen? Denn an Themen mangelt es zurzeit nicht. Stellt man diese Themenvielfalt einmal nebeneinander, so verbindet sie oftmals eine Gemeinsamkeit: den extrem zunehmenden Nationalismus. In diesem Land, wie auch international.

Zuerst der sogenannte Bamf-Skandal. Wo ist hier bitte das Problem und vor allem der Skandal? Schutzsuchenden Menschen wurde Asyl gewährt. Das ist kein Skandal, das ist richtig so. Und wenn dabei ein paar mehr Anträge positiv beschieden wurden als es einigen CSU und AfD Dumpfbacken recht ist dann prima so! Es gehören die Mitarbeiter der Behörde dafür belobigt und ausgezeichnet, denn sie haben human und menschlich gehandelt. Und das Schlagwort Bestechung ist wohl auch eher eine Schutzbehauptung. Denn welcher Flüchtling hat schon die Mittel für eine Bestechung. Hier wird das Kind mit dem Bade ausgeschüttet um eine Handhabe zu besitzen noch ein paar Menschen mehr abschieben zu können. Und darüber hinaus wird in diesem Land an anderen Stellen so viel bestochen, geschmiert und betrogen, dass man an eine Bananenrepublik erinnert wird. Als Stichworte sind nur der Dieselskandal, die üblichen Parteispenden aus der Wirtschaft, die schwarzen Kassen der CDU zu nennen, oder ganz aktuell die neuen Korruptionsvorwürfe gegen die deutsche Rüstungsfirma Heckler & Koch als mehrere Beispiele von Vielen.

Doch hier geht es nicht um Wirtschafsinteressen, sondern um schutzsuchende Menschen von weit her. Und die haben keine Lobby. Also springt man in faschistischem Gehabe mit ihnen um wie es der AfD-Mob auf der Straße fordert. Denn in diesem kapitalistischen System geht den Machthabern neben dem Profit nur um eins den eigenen Machterhalt. Und für den wirft man gerne mal die Werte von Demokratie und Völkerrecht über Bord. Denn wo kein Richter da kein Henker.

Oder Israels 70gster Jahrestag. Von den sogenannten Volksparteien über FDP und Grüne bis hin zur Linken: Alle sahen überall Antisemitismus und riefen zum Kampf dagegen. Auf der Strecke bleiben dabei nur leider die Palästinenser. Denn vergessen wird das die – durch israelisches Militär – vertrieben und aus ihren Häusern und Dörfern gejagt wurden. Dasselbe Militär übrigens das Zivilisten in Gaza bombardiert und völkerrechtswidrige Kriegseinsätze in vielen Ländern der Region führt oder mit ihrer verbrecherischen Siedlungspolitik Fakten schafft, die die Stimmung in der Region bis zum zerreißen anspannt.

Bei den Massakern (anders kann man es nicht nennen) des Israelischen Militärs gegen die Demonstranten an der Grenze zu Gaza wurde vom Israelischen Militär in großen Mengen Tränengas eingesetzt. An den Folgen dieses Tränengases starb ein kleines Kind. Obwohl es in ein Krankenhaus kam, konnte es nicht gerettet werden. Diesen Sachverhalt muss man sich einmal auf der Zunge zergehen lassen: Israelisches Militär setzt Gas gegen Menschen ein, die ihnen unliebsam sind und tötet dabei ein kleines Kind. Mehr braucht man nicht zu sagen. Rechter Nationalismus in seiner schlimmsten Form!

Unrecht muss als solches benannt und kritisiert werden dürfen, auch oder gerade im Fall von Israel. Doch die Tatsachen beweisen das Gegenteil. Mittlerweile ist jede Form von Kritik an Israel Antisemitismus. Und auch der Antizionismus wird in den gleichen Topf geworfen und ist nun plötzlich eine Form des Antisemitismus! Doch es geht nicht um Judenfeindlichkeit, die muss – wie jede andere Form des Rassismus – bekämpft werden. Es geht um die Kritik an der Politik und dem Militarismus Israels oder wie im Fall des Antizionismus um eine Kritik am Israelischen Nationalismus. Und beides ist weder falsch noch verwerflich.

Selbst die Linke ist in weiten Teilen auf den Antisemitismuszug aufgesprungen und verwechselt Äpfel mit Birnen ohne genau hinzuschauen oder exakt zu analysieren. Es sollte nicht vergessen werden, dass durch solch oberflächliche Betrachtungsweisen schon die schlimmsten Katastrophen der Geschichte entstanden sind.

Verbrecherisch ist Judenhass; das bedeutet Antisemitismus; die verbrecherische Politik Israels zu Kritisieren ist dagegen genauso in Ordnung wie die der USA oder jeden anderen Landes. Dies zu vermischen und in einen Topf zu werfen ist die wirkliche Gefahr.

Ein weiteres globales Großfeuer ist Donald Trump, die Karikatur eines US-Präsidenten. Man kann sich genüsslich darüber streiten, ob er Dumm ist, geistesgestört oder einfach ein typischer Kapitalist. Wahrscheinlich ist er von allem etwas und das macht ihn und seine Politik, gepaart mit einem extremen Nationalismus, so gefährlich.

Das Atomabkommen mit dem Iran aufzukündigen kann sich als katastrophaler Fehler für den Weltfrieden herausstellen. Nur ein Mafiaboss hält sich nicht an Verträge und lässt den Vertragspartner von einem Killerkommando um die Ecke bringen. Und so handelt Trump. Was aber noch schlimmer ist, ist die Tatsache, dass er damit zeigt wie Unzuverlässig die USA immer noch sind und dass man mit Ihnen keinen Vertrag abschließen kann, da sie ihn sowieso früher oder später brechen. Wie schon bei der Indianerkriegen, bei denen die Friedensverträge zwischen Indianern und Präsident das Papier nicht Wert waren auf dem sie geschrieben wurden. Es gibt danach noch unzählige Beispiele dafür und ist bis heute so geblieben. Und diese offensichtliche Unzuverlässigkeit gepaart mit „America First“ Nationalismus ist für die anspannt Gesamtweltlage eine Katastrophe.

Der wachsende Nationalismus wird immer Umfassender und Stärker. Es gilt ihn und das System das ihn ermöglicht zu Bekämpfen und zwar mit allen Mitteln. Eine Politikerin wie Alice Weidel und ihre Partei, die solche Ausfälle von sich geben, gehören des Parlamentes verwiesen und bekämpft aber nicht von Medien und Politikern hofiert und gesellschaftsfähig gemacht.

Die Politik und das System bedürfen eines grundlegenden Wandels. Ansonsten gehört die vielzitierte Freiheitlich-Demokratische-Grundordnung der Vergangenheit an und die Braunhemden marschieren wieder und sind an der Macht. Hier genauso wie global.

Wir sehen uns zur nächsten Sendung wieder.

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Sendung 440 vom 03.05.2018

02.05.18 (Sendungen 2018)

Hallo liebe Zuschauerinnen und Zuschauer!

Nachdem wir unser Programm in der vorigen Woche, wegen der Syrienkriese, geändert haben, zeigen wir Ihnen heute den zweiten Teil unserer Berichterstattung über die Ostermarschkundgebung 2018 in  Frankfurt.

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Sendung 439 vom 26.04.2018

25.04.18 (Sendungen 2018)

Hallo liebe Zuschauerinnen und Zuschauer!

Ein am 14. April um ca. 3:00 in der Nacht von Samstag auf Sonntag, ohne UN-Mandat, Völkerrechtswidrig wie unerbittlich ausgeführter Angriff dreier Natomitgliedsstaaten: USA, Frankreichs und Großbritannien wirft großen Fragen auf, was die Einhaltung der internationalen Deklarationen und Vereinbarungen wie auch der national die gepriesenen Werte wie Rechtsstaatlichkeit, Demokratie und Menschenreche angeht.

Fügt man noch weitere Aspekte hinzu; nämlich, dass der Angriff kurz vor den bevorstehenden internationalen Bestandaufnahmen der Behördenaufsicht, die Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) stattfand und die Tatsache, dass sich der Militäreinsatz unmittelbar nach der Ankündigung der Vertreibung von IS-Truppen und sogenannten Aufständischen durch die Syrische Armee vollzog, nimmt die Seltsamkeit und Grausamkeit jenes Angriffs vollkommen andere Dimension als anfangs angenommen und von Medien und westlichen Staaten favorisierten wie propagierten Versionen.

Schaut man sich die Vorgänge genauer an, so wird man automatisch an die erfundenen US-Amerikanischen Aussagen zum Besitz von Massenvernichtungswaffen des Irak erinnert. Diesen folgte bekanntlich der Irakkrieg und dessen US-Amerikanische Okkupation. Auch der Einmarsch in Afghanistan kommt einem sofort in den Sinn, der eine völlig unverhältnismäßige Reaktion auf die vorangegangenen Ereignisse darstellte.

Grundlage für die Behauptung, der vorangegangenen Wochen, es läge ein Giftgasangriff, von Syrischer Seite, vor waren Meldungen von zwei Organisationen: der sogenannten Weißhelme und der sogenannten Syrische Amerikanische Medizinische Gesellschaft kurz SAMS. Bei einer genaueren Betrachtung dieser beiden Organisationen stellt sich schnell heraus, dass beide als seriöse Quelle nicht infrage kommen.

Die sogenannten Weißhelme oder Syrischer Zivilschutz sind eine private Organisation, die 2013 von einem früheren britischen Offizier und privaten Sicherheitsberater gegründet wurde. Deren Finanzmittel stammen von der britischen Regierung, privaten Entwicklungshilfeorganisationen und der USAID der USA, der Behörde der Vereinigten Staaten für internationale Entwicklung.

SAMS wiederum wurde 1998 von Mitgliedern der syrisch-amerikanischen Exilgemeinschaft gegründet, die sich in den Vororten von Chicago, Illinois, konzentriert. Ihr, mit einem Anteil von 98%, wichtigster Finanzier ist auch hier die US-Amerikanische Behörde USAID. Die Gruppe engagiert sich nicht nur für den Regimewechsel in Syrien, sie agiert ausschließlich in den von Aufständischen kontrollierten Gebieten.

Damit zeigt sich, dass beide Quellen nicht unabhängig sind, sondern Trolle der USA und Großbritanniens.

Sogar der US-Verteidigungsminister Mattis gab zu, dass es keine soliden Beweise für einen Giftgasangriff gab.

Zweifel an dem Giftgasangriff hat die mehrfach mit zahlreichen Preisen ausgezeichnete Reporterlegende Robert Fisk, der seit 1976 als Nahostkorrespondent tätig ist – zurzeit für den angesehenen britischen Independent. Fisk war in Duma vor Ort und fand interessanterweise niemanden, der sich an einen Gasangriff erinnern konnte. Dafür sprach er mit einem Oberarzt, der eine ganz andere Version zu berichten weiß und die Zweifel an der „Gas-Geschichte“ verstärkt. Der Oberarzt äußerte sich Fisk gegenüber folgendermaßen:

„Es gab eine Menge Beschuss (von Regierungstruppen) und Flugzeuge kreisten die ganze Nacht über Duma – aber in dieser Nacht gab es Wind und riesige Staubwolken kamen in die Keller und Räume, in denen die Menschen lebten. Die Menschen, die hierher kamen, litten unter Hypoxie, Sauerstoffmangel. Dann rief jemand an der Tür, ein „Weißhelm“, „Gas!“ und die Panik begann. Leute fingen an, Wasser übereinander zu werfen. Ja, das Video wurde hier gedreht, es ist echt, aber was Sie sehen, sind Menschen, die an Hypoxie leiden – keine Gasvergiftung.”

Aufgrund unbewiesener Mutmaßungen, Anschuldigungen und Verdächtigungen wird gegen ein Land – von drei Atommächten – ein Militärschlag ausgeführt. Wie ist so etwas im 21. Jahrhundert möglich? Wie kann es sein, dass angeblich „zivilisierte Staaten“ sich verhalten wie die schlimmsten Barbaren im Mittelalter?

Die USA, Großbritannien und Frankreich haben sich schwerwiegender Verbrechen schuldig gemach, nämlich der Durchführung eines Angriffskrieges und dem Bruch des Völkerrechtes. Wieder und wieder, denn dies war ja nicht das erste Mal, setzen sich die USA und auch die Nato über das Völkerrecht und die UN-Charta hinweg. Wer gibt Ihnen dazu das Recht? Und warum schweigt die restliche Weltgemeinschaft bei dieser verbrecherischen „Politik des Stärkeren“?

Bei diesem völkerrechtswidrigen Militärschlag handelte es sich keinesfalls um „chirurgisch saubere und begrenzte Schläge“ gegen Giftgaslager, wie es der unsägliche Trump ausdrückte. Das war eine Aggression mit noch längst nicht absehbaren Folgen für die Sicherheit auch in Europa und dem Rest der Welt.

Dabei stellt sich auch die Frage, wie man überhaupt auf die Idee kommen kann mit Bomben gegen ein mutmaßliches Giftgaslager vorzugehen! Was für eine humanitäre Katastrophe würde eintreten, wenn ein solches wirklich getroffen würde. Unzählige unschuldige Zivilisten die sich dort im Umkreis Aufhalten und dort Leben würden durch die austretenden Giftstoffe sterben. Jeder der so etwas plant und mit einkalkuliert ist ein Mörder, ein Völkermörder.

Den imperialistischen Großmächten, allen voran die USA, die NATO-Staaten, die EU und mit in vorderer Reihe auch die deutsche Kriegs-Bundesregierung, geht es um die „strategische Neuordnung“ des Nahen Ostens nach dem Modell „Irak“ oder der Zerschlagung Jugoslawiens in den 90er Jahren durch NATO und BRD. Solange Syrien seinen – nicht an den „Interessen des Westens“ und seiner Ölkonzerne und Großbanken gebundenen – relativ autonomen Kurs verfolgt, so lange hat dieser letzte laizistische Staat der Region in den Augen der imperialistischen Mächte kein Existenzrecht.

Der amerikanische Militärgeheimdienst hat den Mainstreammedien einen Bericht zugespielt, laut dem die syrische Regierung trotz der Raketenangriffe der USA, Großbritanniens und Frankreichs am 14. April weiterhin über Chemiewaffen verfügt. Er fordert damit unterschwellig umfangreichere und tödlichere Angriffe, die eine Konfrontation mit der Atommacht Russland auslösen könnte. Letztere hat Truppen in Syrien stationiert, die auf Seiten der Streitkräfte von Präsident Baschar al-Assad kämpfen.

Die New York Times berichtete am vergangenen Freitag dem 20. April unter der Schlagzeile „Pentagon: Raketenangriffe werden Syriens Chemiewaffenangriffe nicht aufhalten“, mit der Unterzeile“ Ein militärischer Geheimdienstbericht stellte fest, dass die syrische Regierung voraussichtlich ihr Chemiewaffenprogramm wieder aufnehmen wird, obwohl Präsident Trump sagte: „Mission erfüllt“.“Auch Reuters widmete dem Bericht viel Raum.

Israel bringt momentan auch wieder einen Militärschlag gegen Iranische Truppen in Syrien ins Spiel. Es besteht die Gefahr, dass es militärisch weitergeht und es nicht bei dem erfolgten völkerrechtswidrigen Militärschlag bleibt. Die USA und die Natomächte sind dabei die Büchse der Pandora zu öffnen und einen 3. Weltkrieg zu provozieren. Das kann durchaus gewollt sein, denn an nichts verdient das Kapital so gut wie am Krieg.

Es wird nunmehr wirklich Zeit, dass sich alle Friedensbewegten erheben. Denn schon übermorgen kann es dafür zu spät sein!

Wir sehen uns zur nächsten Sendung wieder.

 

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