Die Vergessenen dieser Welt!

Nachrichten, Analysen und Meinungen zu aktuellen Themen, die anderweitig nicht gezeigt und gemeldet werden

Sendung 477 vom 13.06.2019

(Sendungen 2019)

Hallo liebe Zuschauerinnen und Zuschauer!

Die USA, Trump und sein Klub der Unberechenbaren spielen im mittleren Osten weiter mit dem Feuer, wohlwissend, dass sie damit eine globale Katastrophe auslösen können.

Vor etwas mehr als einer Woche haben, inmitten der Krise mit dem Iran, ein US-Flugzeugträger und ein B52-Langstreckenbomber der US-Luftwaffe unweit der Küste des Landes eine gemeinsame Übung veranstaltet. Das Training habe das Ziel verfolgt, „operative Taktiken“ in Kriegsgebieten zu verbessern, teilte das Kommando der 5. Flotte der US-Kriegsmarine in Bahrain am Sonntag mit. An der Übung waren auch Jets und Hubschrauber des Flugzeugträgers „USS Abraham Lincoln“ beteiligt.

Es geht also weiter, mit den US-imperialistischen Kriegsvorbereitungen und Drohungen. Und inmitten dieser US-Eskalationsspirale ging eine andere Meldung etwas unter:

Der Iran hat sich nach Angaben der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) auch nach seinem verkündeten Teilausstieg aus dem Wiener Atomabkommen bisher weiter an die Vorgaben gehalten. Die IAEA schreibt in ihrem ersten Bericht seit dem Ausstieg, Teheran habe sowohl die Grenzwerte für die Anreicherung von Uran als auch jene für die gelagerten Mengen von leicht angereichertem Uran und Schwerwasser nicht überschritten. Der Iran hatte am 8. Mai und damit genau ein Jahr nach dem US-Ausstieg aus dem Abkommen den eigenen teilweisen Ausstieg bekannt gegeben. Teheran forderte dabei, dass Sanktionen im Öl- und Bankensektor aufgehoben werden. Seit Beginn ihrer Inspektionen im Januar 2016 hat die IAEA keine Verstöße des Irans gegen die Auflagen festgestellt.

Trotz aller kriegsähnlichen Rhetorik der USA und ihrer Verbündeten und des jüngsten Einsatzes zusätzlicher Streitkräfte in der Region scheint Washington derzeit noch nicht bereit für eine direkte Konfrontation mit dem Iran zu sein.

Der Iran seinerseits betonte, dass er auch unter solchen Bedrohungen nicht zurückschrecken wird. Der iranische Präsident Hassan Rouhani sagte, dass sein Land nicht durch Wirtschaftssanktionen und die Androhung von Militäraktionen zu neuen Verhandlungen gezwungen werden würde.

„Ich bevorzuge Gespräche und Diplomatie, aber unter den derzeitigen Bedingungen akzeptiere ich sie nicht, da die heutige Situation nicht für Gespräche geeignet ist und unsere Wahl nur Widerstand ist“, sagte Rouhani.

Es besteht die geringe Hoffnung, dass sich die US-Konfrontation gegen den Iran, in den kommenden Monaten, auf diplomatischem, wirtschaftlichem und militärischem Gebiet weiter entwickeln werden. Vielleicht auch deshalb, weil die USA aus Teilen der internationalen Gemeinschaft keinen Rückhalt für ihren Kriegskonfrontationskurs spüren. Drohungen und aggressive Aktionen gegen den Iran werden dennoch nicht ohne Reaktion bleiben. Jedoch ist es ausgeschlossen, dass Teheran von selbst einen heißen Konflikt auslösen würde, wenn keine roten Linien, wie z. B. ein direkter Angriff auf die lebenswichtige iranische Infrastruktur oder Ölreedereien, überschritten werden. Aller Gegenreden und Lügen der US-Administration zum Trotz.

Denn die Gefahr für den Weltfrieden heißt Trump!

Die wachsenden Kriegsdrohungen führen positiver weise zu zahlrechen Gegenaktionen in Deutschland.

Bereits am vorletzten Wochenende haben vor zahlreichen diplomatischen Vertretungen der USA und Russlands Atomwaffengegner gegen ein neues atomares Wettrüsten demonstriert. In insgesamt 16 deutschen Städten gab es Proteste gegen die Kündigung des INF-Abrüstungsvertrags vor den Konsulaten der beiden größten Atommächte. Organisiert wurde der Aktionstag von der „Deutsche Friedensgesellschaft“ (DFG-VK), den „Internationalen Ärzten zur Verhütung des Atomkrieges“ (IPPNW), der „Internationalen Kampagne zur Abschaffung von Atomwaffen“ (ICAN) sowie der Kampagne „Büchel ist überall – atomwaffenfrei.jetzt!“.

Vor genau 31 Jahren trat der INF-Vertrag in Kraft, der den USA und Russland den Besitz atomarer Mittelstreckenwaffen verbietet. Im Februar kündigte US-Präsident Donald Trump den Vertrag – anschließend ist auch Russlands Präsident Wladimir Putin aus dem Vertrag ausgestiegen.

Dagegen wurde nun in zahlreichen deutschen Städten demonstriert: In München beteiligten sich rund 250 Aktivisten an einer Menschenkette zwischen dem US-Konsulat und dem russischen Konsulat. In Düsseldorf nahmen knapp 75 Menschen an einer Demonstration vom dortigen US-Konsulat in die Innenstadt teil. In Hamburg wurden unzählige Unterschriften für den Beitritt Deutschlands zum UN-Atomwaffenverbot gesammelt. In Berlin gab es eine Fotoaktion vor dem Brandenburger Tor. Weitere Aktionen gab es in Aachen, Bonn, Enschede (NL), Gronau, Flensburg, Frankfurt am Main, Fürth, Hannover, Heidelberg, Kassel, Leipzig, Weimar und Würzburg.

„Wir freuen uns sehr über die große Beteiligung an dem Aktionstag zu diesem wichtigen Thema“, sagte der Geschäftsführer der DFG-VK. „Es ist wichtig, die Politik jetzt zu einem Nachfolgevertrag zu bewegen, bevor ein neues Wettrüsten Fahrt aufnimmt. Die Bundesregierung muss sich endlich ernsthaft für atomare Abrüstung einsetzen. Dazu gehört der Beitritt zum UN-Atomwaffenverbot und der Abzug der US-Atomwaffen, die immer noch in Deutschland gelagert werden.“

Am Vergangenen Wochenende gab es im rheinland-pfälzischen Büchel, wo 20 US-Atomwaffen lagern, eine Protestaktion gegen die dortige Stationierung von US-amerikanischen Atombomben und die momentane exzessive Aufrüstung. Gefordert wurde von den zahlreichen Friedensaktivisten der sofortige Abzug der atomaren Waffen, ein generelles Atombombenverbot sowie Abrüsten statt Aufrüsten.

Das solcherlei Aktionen bei den Kriegstreibern – positiverweise – Furcht und Unbehagen hervorrufen, erkennt man an einer anderen Meldung:

„Zum Schutz gegen Atomwaffengegner bekommt der Fliegerhorst Büchel in der Eifel einen neuen Zaun. Allerdings verzögert sich der Bau, und er wird teurer als geplant. Der 11,5 Kilometer lange Zaun werde erst 2021 stehen, teilte ein Sprecher des Bundesamtes für Infrastruktur der Bundeswehr mit. Die Kosten inklusive einem Postenweg, einer vorläufigen zusätzlichen Umzäunung sowie neuen Sensoren und Kameras belaufen sind demnach auf etwa 14 Millionen Euro. Zuvor hatte es geheißen, der Zaun koste zwölf Millionen Euro und werde 2020 fertig sein. Der Zaunbau habe am 6. Mai begonnen.“

Rufen wir möglichst zahlreich dazu auf weiterhin hör- und sichtbar zu sein, auf dass die Bundeswehr und ähnliche Mord- und Tötungsorganisationen so schnell wie möglich abgeschafft werden.

Wir sehen uns zur nächsten Sendung wieder.

Quellen:
Global Research
Tageszeitung junge Welt

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Sendung 476 vom 06.06.2019

(Sendungen 2019)

Hallo liebe Zuschauerinnen und Zuschauer!

Die Weichen für einen weiteren Krieg am Persischen Golf sind gestellt. Mitte Mai zog die Trump-Administration nicht zwingend nötiges Personal in US-Botschaften und -konsulaten im Irak zurück und verschob B-52-Bomber und Patriot-Raketen auf US-Basen in die Region, um sich auf einen angeblich drohenden iranischen Konflikt vorzubereiten. US-Beamte schlugen als militärische Optionen gegen den Iran vor, 120’000 Soldaten einzusetzen und mit Cyberangriffen das Stromnetz des Landes lahmzulegen. Gleichzeitig traten Hardliner gegen den Iran in den Medien auf.

Es ist in den USA schwierig, über den Iran zu berichten. Wenn Journalisten im Iran ins Gefängnis gesteckt werden, wird darüber berichtet. Doch wenn das Land von Katastrophen heimgesucht wird oder wenn der humanitäre Preis für die Sanktionen steigt, die gegen Iran verhängt wurden, dann gibt es so gut wie keine westlichen Medienvertreter, die sich im Iran befinden und die Einzelschicksale hinter den tragischen Schlagzeilen beleuchten würden. Als kürzlich Überschwemmungen dutzende Menschenleben forderten oder als Passagierflugzeuge abstürzten, weil keine Ersatzteile mehr erhältlich sind, dann wird darüber kaum berichtet.

Der letzte Anti-Iran-Nachrichtenzyklus wirkte folgendermaßen: Mitte Mai begannen – oft anonyme – Quellen aus dem nationalen Sicherheitsapparat, einschließlich Bolton, Reportern in Washington zu erzählen, es gebe eine konkrete, aber nicht näher bezeichnete iranische Bedrohung für die US-Interessen in Nahost. Bereits auf dieser Grundlage klang die Story zwielichtig. Speichellecker auf Fox News und in anderen „Trump Medien“ brachten sie ohne jegliche Überprüfung oder Zurückhaltung.

Washington-Korrespondenten aus angesehenen Medien, die an die fehlerbehaftete Legitimation des Irak-Kriegs erinnerten, waren etwas weniger vertrauensselig. Trotzdem machten sie Irans „Bedrohung“ zu einer Top-Story – schließlich geht es um die nationale Sicherheit! Sie relativierten sie aber zunächst mittels Bezugnahme auf Quellen, zum Beispiel in dieser Schlagzeile der New York Times: „Mit der Begründung einer iranischen Bedrohung schicken die USA Flugzeugträger und Kampfflugzeuge in den Persischen Golf.“ Aber nach wenigen Tagen im Nachrichtenzyklus wurde kein Bezug auf Quellen mehr genommen. CNN titelte: „Patriot-Raketen in den Mittleren Osten verlegt, inmitten iranischer Drohungen.“

Waren die iranischen Drohungen real und ernsthaft? Vielleicht. Es gibt immer Gefahren. Aber die USA haben eine lange Geschichte von Eintritten in Kriege wegen übertrieben dargestellten oder erfundenen Bedrohungen – dies geht zurück bis zum Spanisch-Amerikanischen Krieg, weiter über den Golf von Tonkin, bis hin zu Saddams inexistenten Massenvernichtungswaffen.

Im vorliegenden Fall stammten die Warnungen vor einer iranischen Bedrohung von israelischen Geheimdiensten und wurden von der Regierung Benjamin Netanyahus herumgereicht. Die US-Hardliner, die sie aufgriffen, wollen einen erhöhten Druck auf den Iran rechtfertigen. Und das obwohl bei Informationen aus „israelischen Geheimdienstkreisen“ äußerste Skepsis geboten ist!

Aus der Lektüre der US-Nachrichten erhält man unweigerlich den Eindruck, dass der Iran eine Bedrohung ist. Selbst Einordnungen betreffend den Iran, die beispielsweise festhalten, dass die Iranische Revolution von 1979 teilweise eine Reaktion auf den US-Coup von 1953 war – verlieren sich in ständigen Schlagwörtern wie „Terror“, „Mullah“, „nuklear“, „Stellvertreter“ und „Milizen“.

Selbst wenn es die Trump Regierung war, welche den Atomvertrag einseitig kündigte, den der Iran mit der Obama Regierung verhandelt und vereinbart hatte – einem Vertrag, der das iranische Nuklearanreicherungsprogramm stoppte – sprechen die meisten Schlagzeilen und Artikel davon, dass der Iran damit „drohe“, die Anreicherung wieder aufzunehmen.

In Wirklichkeit ist die Reaktion des Irans auf die USA eher eine natürliche Antwort als eine Eskalation. Irans Regierung wurde im Regen stehen gelassen; obwohl sie das Nuklearprogramm einstellte, wurden dem Iran kaum Lockerungen der Sanktionen gewährt. Und übrigens, als Unterzeichner des Atomwaffensperrvertrags (den es nie verletzt hatte) ist es dem Iran rechtlich erlaubt, sein Programm neu zu starten. Selbst als Ayatollah Khamenei, der Oberste Führer des Iran, Mitte Mai das Wort ergriff, um Spannungen abzubauen, folgte sogleich das National Public Radio mit der goldigen Nachricht, wonach eine Wiederaufnahme nuklearer Aktivitäten „drohe“. Die Nachricht wurde von folgender Schlagzeile begleitet: „Aggressive Rhetorik zwischen den USA und dem Iran schießt durch die Decke“.

Es darf nicht vergessen werden, dass die USA eine lange Geschichte mit Drohungen und Aggressionen gegen den Iran haben:

– In den 1980er Jahren hatten sie den Irak ermutigt, in den Iran einzumarschieren und Hunderttausende Iraner zu töten.

– Im Jahr 2003 marschierten dann die USA in den Irak ein, richteten sich gegen den Iran und verkauften Waffen im Wert von mehreren Milliarden Dollars an anti-iranische Autokraten aus dem Mittleren Osten.

– Die USA unterstützten auch die bekannte Terroristengruppe der „Volksmudschahedin“ (MEK). Die USA hofften, damit einen Regime Change anzufachen.

Erst nachdem britische Geheimdienstkreise und andere mit Sicherheitsaufgaben betraute „seriöse“ ausländische Quellen Zweifel äußerten, konnte man Schlagzeilen lesen wie „Skeptische US-Verbündete widerstehen Trumps neuen Behauptungen betreffend Drohungen des Iran“ – als ob man die Dinge nur dann beim Namen nennen könnte, wenn man hierfür jemanden zitieren kann.

Die beste Option ist natürlich, sich einfach wieder dem Atomabkommen anzuschließen. Aber für viele Außenpolitik-Korrespondenten in Washington – einschließlich derer, die Probleme mit republikanischen Falken haben –, gleicht die Erwartung, wie Frieden und Stabilität in Nahost aussehen sollten, einer Wunschliste. Sie weisen darauf hin, dass es zwar Trump war, der sich aus dem Abkommen zurückzog, dass aber das Abkommen ohnehin keine iranische Verhaltensänderung bewirkt hätte, die über den Gegenstand des Abkommens hinausgegangen wäre.

Das Problem bei dieser Denkweise ist, dass sie sowohl ahistorisch als auch unausgewogen ist. Die USA hatten nach dem Atomabkommen fast nichts getan, um internationalen Konzernen zu versichern, dass sie für Investitionen im Iran nicht bestraft würden. Die iranische Wirtschaft sah wenig wirtschaftliche Impulse aus dem Abkommen – außer der Möglichkeit, wieder Öl an andere Staaten verkaufen zu können.

Und jetzt wird vom Iran erwartet, dass er sich an den Atomvertrag hält, auch wenn die USA es nicht tun. Und es wird vom Iran erwartet, dass er seine Verbündeten im Nahen Osten nicht mehr unterstützt, obwohl keine Rede davon war, dass der Atomvertrag bedeute, dass die USA aufhören, ihrerseits Waffen an ihre Verbündeten Saudi-Arabien und Israel zu liefern.

Warum dieser Gedächtnisverlust und warum die Gehilfenschaft der Medien?

Vielleicht, weil es schwierig ist, den Amerikanern zu sagen, dass ein Land voller wütender Männer mit schwarzen Turbanen und Bärten, die amerikanische Diplomaten gefangen genommen hatten und Bomben entwickelten, die amerikanische Soldaten töten, echte, legitime Gründe hat, wütend zu sein und Angst vor den USA zu haben. Und vielleicht, weil es selbst für die Nahost-Kenner unter den amerikanischen Reportern schwierig ist, zu verhindern, dass diese unbewusste Verzerrung in die Arbeit einfließt, insbesondere bei Schlagzeilen und der Auswahl von Fotos. Aufgewachsen im amerikanischen Exzeptionalismus, ist es eine schwer zu schluckende Pille, dass die US-Amerikanischen Missetaten im Nahen Osten vielleicht keine Ausnahmen sind, sondern die Ausweitung amerikanischer Herrschaft.

Wir sehen uns zur nächsten Sendung wieder.

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Bitte um Unterzeichnung eines Aufrufes!

(Ausser der Reihe...)

Liebe Besucher dieser Homepage,

angesichts der angespannten Weltlage und der desaströsen Entwicklungen im Mittleren und Nahen Osten, bitten wir Sie ausdrücklich um Ihre Unterstützung des untenstehenden Aufrufs.

Sehr geehrte Damen und Herren,
Werte Mitstreiterinnen und Mitstreiter,

zutiefst berührt von der durch Wirtschaftssanktionen und Kriege verursachten Verwüstung und Verelendung im Mittleren und Nahen Osten und angesichts der aktuellen Zunahme der Spannungen in der Region haben Herr Prof. Massarrat und ich die folgende Erklärung initiiert. Die Erklärung wird voraussichtlich am kommenden Dienstag veröffentlicht werden. Die Erstunterzeichner sind – dem ersten Absatz des Textes entsprechend – alle iranischer Abstammung und leben in Deutschland.

Falls Sie diese Angelegenheit unterstützen möchten, können Sie Ihre Zustimmung schriftlich bekunden und mir per Email [afsaneyebahar@gmail.com] nebst Ihrer Daten (Vor- und Nachname, Wohnort, Funktion und ggf. Organisation) zukommen lassen.

Über Ihre Unterstützung werde ich mich sehr freuen.

Herzliche Grüße

Amir Mortasawi

 

Kein Krieg gegen den Iran!

Als Iranerinnen und Iraner, die seit längerer Zeit in Deutschland arbeiten und leben,  sich aktiv am gesellschaftlichen Leben beteiligen sowie dieses Land als ihre zweite Heimat betrachten, verfolgen wir mit größter Sorge und Betroffenheit die wachsende Gefahr eines Krieges gegen unsere angestammte iranische Heimat. Wir wenden uns an unsere deutschen Mitbürgerinnen und Mitbürger sowie an die deutsche Bundesregierung und rufen sie mit Nachdruck dazu auf, alles in ihrer Macht Stehende zu tun, um den drohenden Krieg zu verhindern.

Ein Krieg gegen den Iran wird nicht nur für die iranische Bevölkerung verhängnisvoll sein und abertausende menschliche Opfer verursachen. Er ist geeignet, die gesamte Region des Mittleren und Nahen Ostens für einen längeren Zeitraum ins Chaos zu stürzen. Ein solcher Krieg hätte nach unserer Auffassung auch schwerwiegende Folgen für Europa und den Frieden in der Welt.

Wir sind uns darüber im Klaren, dass die Möglichkeiten der Einflussnahme Deutschlands und der Europäischen Union auf die US-Regierung beschränkt sind. Andererseits sind wir auch überzeugt, dass die USA ohne Unterstützung ihrer Verbündeten, insbesondere in Europa, es nicht wagen werden, einen Krieg gegen den Iran vom Zaun zu brechen. Deshalb fordern wir unsere deutsche Bundesregierung mit allem Nachdruck dazu auf, schon jetzt klar und unmissverständlich zu erklären, dass Deutschland sich an einem Krieg gegen den Iran nicht beteiligen und den USA untersagen wird, ihre militärischen Einrichtungen auf deutschem Boden (u.a. diverse militärische Hauptquartiere in Ramstein-Miesenbach und das Europäische Kommando der USA in Stuttgart-Vaihingen) im Falle eines solchen Krieges einzusetzen. Wir bitten die Bundesregierung, auch die Europäische Union für eine klare Stellungnahme gegen den Krieg zu gewinnen.

Wir unterstützen nachdrücklich alle Bemühungen der deutschen Bundesregierung und der Europäischen Union zur Bewahrung des Iran-Atomabkommens und bitten sie, zusammen mit den anderen Unterzeichnerstaaten dieses Abkommens, der Russischen Föderation und der Volksrepublik China, eine humanitäre internationale Initiative zur Aufhebung aller Iran-Sanktionen zu starten. Des Weiteren schlagen wir vor, die seit November 2018 in New York laufenden Verhandlungen für die Einrichtung einer von Massenvernichtungswaffen freien Zone im Mittleren und Nahen Osten aktiv zu unterstützen sowie sich für die Teilnahme der USA und Israels an diesen Verhandlungen einzusetzen.

18.05.2019

 

No War against Iran!

As Iranians, who, since some time, have lived, worked, have actively participated in the social life of Germany, and consider this country to be their second homeland, we have been following with great concern and consternation the developing threat of war against our native Iran. We are therefore addressing our fellow German citizens, as well as the German government to urge them to do all within their power to prevent the imminent war.

War against Iran would not only be disastrous for the Iranian people, but it would cause many thousands of casualties. It will likely plunge the entire Middle East region into an extended period of chaos. We believe that such a war would also have serious consequences for Europe and world peace.

We are well aware that the possibilities for Germany and the European Union to influence the US government are limited. On the other hand, we are convinced that the USA would not dare launch a war without the support of its allies, particularly those in Europe. Therefore, we are insistently urging our German government to openly and unambiguously declare that Germany will not be a party to a war against Iran and will not permit the USA to use its military installations on German soil (i.e. the various military headquarters at Ramstein-Miesenbach and the United States European Command in Stuttgart-Vaihingen), to wage such a war. We are also urging the German government to convince the European Union to take an unmistakable stand in opposition to this war.

We emphatically support all efforts of the German government and the European Union to salvage the nuclear agreement with Iran. We ask that they, along with the other signatories to the agreement – the Russian Federation and the People’s Republic of China – launch an international humanitarian initiative for lifting all sanctions on Iran. We further propose that they actively support the on-going negotiations (since November 2018) for the establishment of a Weapons of Mass Destruction-Free Zone (WMDFZ) in the Middle East, and promote the participation of the USA and Israel in these negotiations.

18.05.2019

 

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Ein gemeinsamer Appell des Bundesausschuss Friedensratschlag und der Kooperation für den Frieden.

(Ausser der Reihe...)

Erklärung_Iran_05 19_KoFri

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Sendung 475 vom 16.05.2019

(Sendungen 2019)

Hallo liebe Zuschauerinnen und Zuschauer!

Momentan fühlt man sich zurückversetzt in die Zeit kurz vor dem Irakkrieg der USA. Meldungen über Meldungen in den Medien, mit einem „eindeutigen schwarz / weiss – Bild“.

Die Ankündigung des nationalen Sicherheitsberaters John Bolton vergangene Woche, dass die USA einen Flugzeugträger und eine Bomberstaffel die Region des Persischen Golfes entsenden, schien perfekt darauf ausgerichtet, Amerika auf eine Kriegsbasis mit dem Iran zu bringen. Und das ist es auch.

Bolton behauptete, dass die Entscheidung als Reaktion auf „eine Reihe von beunruhigenden und eskalierenden Anzeichen und Warnungen“ getroffen wurde und erklärte, dass „die Vereinigten Staaten keinen Krieg mit dem iranischen Regime anstreben“. Aber er fügte hinzu: „Wir sind voll und ganz bereit, auf jeden Angriff zu reagieren, sei es durch Stellvertreter, das Islamische Revolutionsgardenkorps oder reguläre iranische Streitkräfte“.

Wie auch so oft in der Vergangenheit gab es dazu gleich den „passenden“ Vorfall, nämlich Berichte über Sabotageakte gegen Handelsschiffe im Golf von Oman, die Spannungen in der Region weiter zunehmen lassen. Die Vereinigten Arabischen Emirate hatten am vergangenen Sonntag „staatsfeindliche Operationen“ gegen vier Schiffe aus verschiedenen Ländern gemeldet. Saudi-Arabiens Energieminister sagte am Montag, zwei saudische Öltanker seien bei einem „Sabotageangriff“ schwer beschädigt worden. Eine unabhängige Bestätigung gab es nicht. Der iranische Außenamtssprecher bestritt, dass sein Land dafür verantwortlich sei, und forderte eine lückenlose Untersuchung.

Die Flugzeugträgerkampfgruppe um die USS Abraham Lincoln erreichte am Donnerstag vergangener Woche über den Suezkanal das Rote Meer und das Zentrum des Nahen Ostens. Am gleichen Tag landete ein Verband von vier atomwaffenfähigen B-52-Bombern auf einem US-Luftwaffenstützpunkt in Katar. Die beiden Truppenverlegungen haben die Gefahr eines katastrophalen neuen Kriegs in der Region in bedrohliche Nähe gerückt.

Im Vorfeld der Truppenverlegungen hatte die US-Regierung eine neue Serie aggressiver Drohungen von sich gegeben. Außenminister Mike Pompeo warnte, die USA seien zu einem „schnellen und entschiedenen“ militärischen Vorgehen gegen den Iran bereit.

Während das Pentagon seine zerstörerischsten und mächtigsten Waffen vor die Küste des Iran verlagert, rechtfertigte Pompeo ebenfalls das US-Militäraufgebot mit der Behauptung, vom Iran seien „in den letzten Wochen eine eskalierende Reihe von bedrohlichen Aktionen und Äußerungen“ ausgegangen. Er machte sich jedoch nicht die Mühe, ein Beispiel für diese Aktionen und Äußerungen zu nennen.

Pompeo erklärte: „Das Regime in Teheran sollte wissen, dass alle Angriffe von ihm oder seinen Stellvertretern, egal wie sie heißen, gegen US-Interessen oder Bürger eine schnelle und entschiedene Reaktion der USA nach sich ziehen wird. Der Iran sollte unsere bisherige Zurückhaltung nicht als fehlende Entschlossenheit auslegen. Bisher war die Standardoption des Regimes Gewalt, und wir appellieren an diejenigen in Teheran, die den Weg zu einer erfolgreichen Zukunft in einer Deeskalation sehen, das Verhalten des Regimes zu ändern.“

Der US-Imperialismus versucht sich, wie üblich, als Opfer der Aggression darzustellen, das seine konkurrenzlose militärische Stärke nur zur Selbstverteidigung mobilisiert. Und wie in Kuba unter Kennedy oder unter Reagan in den Achtzigerjahren spielt es in einem Pulverlager mit dem Feuer, ungeachtet der globalen Katastrophe, die sich durch seine Taten ergeben kann.

Die Trump-Regierung hat derweil eine weitere Runde von Sanktionen gegen den Iran verhängt. Am Mittwoch verhängte das Weiße Haus per Dekret einseitige und extraterritoriale Sanktionen gegen die iranische Eisen-, Stahl-, Aluminium- und Kupferindustrie. Sie drohte außerdem jedem, der mit diesen Materialien handelt, und jedem Finanzinstitut, das diesen Handel begünstigt, mit US-Vergeltungsmaßnahmen, einschließlich des Ausschlusses von den amerikanischen Märkten.

Pompeo und US-Sicherheitsberater John Bolton, der öffentlich zu Luftangriffen gegen den Iran aufgerufen hat, haben mit einem verheerenden Angriff der USA auf den Iran gedroht, falls es irgendwo im Nahen Osten zu Angriffen von „Stellvertretern“ Teherans auf amerikanische Soldaten oder „Interessen“ kommt. Zu diesen angeblichen „Stellvertretern“ gehören eine ganze Reihe von Akteuren: von den schiitischen Milizen in Syrien und dem Irak über die Huthi-Rebellen im Jemen bis zur Hisbollah im Libanon und der Hamas im palästinensischen Gazastreifen.

Das Pentagon, die CIA oder auch Washingtons wichtigste regionale Verbündete, vor allem Saudi-Arabien und Israel, die beide einen Krieg der USA gegen den Iran wollen, könnten in irgendeinem dieser Länder eine Provokation inszenieren, die als Vorwand für einen umfassenden Krieg benutzt werden könnte.

Israel zieht im Hintergrund die Fäden und versucht momentan alles Erdenkliche um einen Krieg gegen Iran anzuzetteln. Netanjahu stiftet die Vereinigten Staaten seit Jahren an, Teheran anzugreifen. Jetzt, da die amerikanische Außenpolitik in den Händen inkompetenter, kriegerischer Beamter wie Mike Pompeo und John Bolton liegt, spürt Israel, dass seine Stunde gekommen ist. Erstens ermutigte es die Trump-Regierung, sich aus dem iranischen Atomabkommen zurückzuziehen, obwohl alle Inspektoren erkannten, dass Teheran die Vereinbarung voll und ganz einhielt.

Bereits im Februar sponserte die Trump-Administration eine Konferenz in Warschau, an der Beamte aus vielen arabischen Staaten und Israel teilnahmen.

Die New York Times zitierte in einem Titelbericht einen (seitdem gestrichenen) Tweet von Benjamin Netanjahu, in dem der israelische Premierminister zugab, dass die Warschauer Konferenz in Wahrheit „ein offenes Treffen mit Vertretern führender arabischer Länder war, die sich mit Israel zusammensetzen, um das gemeinsame Interesse voranzutreiben: Krieg mit dem Iran. „

Warum stellt niemand Fragen über Israels Verbindung zum zunehmenden Druck der USA auf den Iran?

Wie NBC News letzte Woche enthüllt hat, haben sich hohe Vertreter der Trump-Regierung zu einem höchst ungewöhnlichen Gipfel in der CIA-Zentrale in Langley (Virginia) getroffen, um über die Kriegsvorbereitungen gegen den Iran zu diskutieren. Anwesend waren laut Regierungsvertretern u. a. die derzeitige CIA-Direktorin Gina Haspel, der amtierende Verteidigungsminister Patrick Shanahan, Generalstabschef Joe Dunford, Außenminister Pompeo und der Direktor der nationalen Geheimdienste Dan Coats und andere.

Worüber haben diese Funktionäre im CIA-Bunker in Langley diskutiert? Ehemalige CIA-Einsatzoffiziere und Militärvertreter erklärten gegenüber NBC, bei solchen Treffen in der CIA-Zentrale werde normalerweise über hochsensible Pläne für „verdeckte Aktionen“ diskutiert. Es ist noch unklar, ob es sich dabei um Aktionen gegen den Iran und seine Regierung oder einen „False Flag“-Anschlag im Nahen Osten handelt, der als Vorwand für einen US-Angriff benutzt werden kann.

Ein Krieg gegen den Iran würde das schreckliche Blutbad des Irakkriegs von 2003 weit in den Schatten stellen, die ganze Region und alle Großmächte mit einbeziehen, einschließlich der „Großmachtrivalen“ des US-Imperialismus, Russland und China. Die Menschheit wäre direkt mit der Gefahr eines atomaren dritten Weltkriegs konfrontiert.

Alle müssen sich jetzt dafür einsetzen, dass es nicht so weit kommt.

Wir sehen uns zur nächsten Sendung wieder.

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