Die Vergessenen dieser Welt!

Nachrichten, Analysen und Meinungen zu aktuellen Themen, die anderweitig nicht gezeigt und gemeldet werden

Sendung 162 vom 01.04.2010

(Sendungen 2010)

Guten Tag liebe Zuschauerinnen und Zuschauer. Ich begrüße Sie zu Folge 162 von „Die Vergessenen dieser Welt!“. Die heutige Sendung beschäftigt sich mit Israel und seinen Taten.

Zur Zeit werden von den deutschen Medien wieder einmal viele wichtigen Meldungen verschwiegen. Israel ist dabei Feuer an eine Lunte zu halten, deren Bombe die ganze Welt erschüttern kann. Mit seinen Siedlungsplänen im Westjordanland und Ostjerusalem arbeitet Israels Regierung gegen Frieden und für Krieg. Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu beharrt im Streit um den Siedlungsausbau im arabischen Ostteil Jerusalems auf seiner Position. Es gebe »keine Veränderung« in der israelischen Politik in Bezug auf Jerusalem, teilte Netanjahus Büro am Freitag vergangener Woche, nach der Rückkehr von seinem Besuch in den USA, mit. Israel betrachtet Jerusalem als »unteilbare Hauptstadt«. Die Palästinenser beanspruchen den von Israel völkerrechtswidrig annektierten Ostteil als Hauptstadt eines künftigen Palästinenserstaats. Netanjahu war am Dienstag vergangener Woche in Washington mit US-Präsident Barack Obama zusammengetroffen. Nach Angaben eines Sprechers des Weißen Hauses konnten nicht alle »Meinungsverschiedenheiten« ausgeräumt werden.

Kann es sich bei der Vorgehensweise der Israelischen Regierung um gezielte Provokationen handeln? Einer gezielten Provokation mit dem Ziel einen Krieg zu entfesseln, der das sogenannte Palästinenserproblem Israels löst und gleichzeitig einen Vorwand für einen Krieg gegen den Iran liefert?

Das wahre Gesicht dieser und der vorherigen israelischen Regierungen zeigt sich in der menschenverachtenden und brutalen Vorgehensweise gegen die Menschen im Gazastreifen. Dort wird unter den Augen der Weltöffentlichkeit die systematische, gezielte und geplante Vernichtung der dort lebenden Palästinenser betrieben. Gleichzeitig mit dem erneuten Siedlungsbau forcieren die israelischen Machthaber ihre Militäraktionen gegen Gaza. Israelische Kampfflugzeuge bombardieren laufend vermutete Tunnel an der Grenze zwischen Ägypten und dem Gaza-Streifen. Durch die israelische Blockade sind die Tunnel für die Versorgung der Menschen lebensnotwendig.

Unterdessen trafen Benjamin Netanjahu und sein Verteidigungsminister Ehud Barak in der vergangenen Woche zu einem Besuch in Washington ein. Der israelische Regierungschef sprach dort am Abend auf der Jahreskonferenz der Pro-Israel-Lobby AIPAC . Am Dienstag Abend traf er US-Präsident Barack Obama. Neben dem Nahost-Konflikt sollen die gemeinsame Kampagne gegen Iran Hauptthema des Gesprächs gewesen sein. Die in London erscheinende Sunday Times meldete am Sonntag, den 21. März, unter Berufung auf eine anonyme Quelle, dass Netanjahu die Gelegenheit nutzen wolle, um von den USA Waffen für Militärschläge gegen den Iran zu erbitten. Hauptsächlich soll es dabei um »Bunker-Buster«-Sprengköpfe gehen, mit denen gelenkte Gleitbomben ausgerüstet werden können. Sie dienen (nach „Militär-Offiziellen“ Aussagen) zur Zerstörung unterirdischer und durch Beton gehärteter Anlagen. Bei diesen Waffen handelt es sich um Nuklearwaffen, da diese Bomben einen Kern aus radioaktivem Uran haben. Eingesetzt wurden diese Bomben bereits in den Kriegen in Ex-Jugoslawien und Afghanistan an denen auch die deutsche Bundeswehr beteiligt war und ist – und sich damit (wenn auch indirekt) an Kriegsverbrechen mitschuldig gemacht hat – sowie im Irak. Die Sterblichkeitsrate sowie die Rate an Krebsfällen stieg in allen Gebieten, nachweisbar, rapide an!

Angeblich hatte sich Obamas Vorgänger George W. Bush geweigert, Israel diese Sprengköpfe zu liefern. Der Sunday Times zufolge will Netanjahu die Waffen jetzt als »Gegenleistung« für »Gesten des guten Willens« deklarieren, die Israel angeblich gegenüber den Palästinensern praktizieren will.

Diese neue Meldung passt indessen (und ist stimmig) zu einem bereits am 14. März im Sunday Herald erschienenen Artikel. Danach ist ein Schiffstransport mit 387 Gleitbomben verschiedener Typen aus Kalifornien zum Stützpunkt Diego Garcia im Indischen Ozean unterwegs. Der Kontrakt für diese Aktion sei bereits im Januar unterzeichnet worden. Der Auftrag sei zuvor von der US-Kriegsmarine öffentlich ausgeschrieben worden, berichtet das im schottischen Glasgow erscheinende Blatt. Es nennt darüber hinaus auch die ausführende Reederei, das in Florida ansässige Unternehmen Superior Maritime Services, und den Preis für den Transport: rund 700000 Dollar. Das Pentagon lehnte einen Kommentar zu der detaillierten Darstellung des Sunday Herald ab.

Diego Garcia untersteht zwar rechtlich Großbritannien, wird aber schon lange fast ausschließlich von den USA genutzt. Neben einem symbolischen Kontingent von 50 Briten sind dort 3200 Angehörige der US-Streitkräfte ständig stationiert. Der Stützpunkt wurde 1991 und 2003 für Luftangriffe gegen Irak benutzt. Er wäre auch eine wichtige Basis für Militärschläge gegen Iran.

Ist Israel nicht schon immer der verlängerte Arm der USA in dieser Region gewesen? Die Kontrolle über den Iran und vor allem über die Iranischen Gas- und Ölvorkommen haben für die USA oberste Priorität. Haben die USA nicht erst danach ihre imperialen Kontroll- und Machtstrukturen komplettiert, vervollständigt und über den gesamten nahen und mittleren Osten ausgebreitet? Für einen neuen Krieg brauchen die USA einen Grund. Kann es sein, das die Regierungen Israels und der USA da zusammenarbeiten?

Eine kleine Meldung zum Schluss könnte aufschlussreich sein:
In Genf wurde von dem Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen eine Resolution gegen die Siedlungspolitik der israelischen Regierung verabschiedet. Bis auf eine einzige Ausnahme unterstützen alle anderen sechsundvierzig Mitglieder einhellig die Verabschiedung des Dokumentes. Entgegen aller aktuellen Verlautbarungen über die diplomatischen Treffen – die Verurteilung und der Druck auf Israel – weigerte sich die US-Regierung, diese Resolution zu unterstützen und stimmte dagegen.

Ist das nicht auch eine klare Aussage?

Guten Tag

Quellen:
Radio Utopie
Tageszeitung Junge Welt
AFP
Maan
Irib