Die Vergessenen dieser Welt!

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Sendung 159 vom 11.03.2010

(Sendungen 2010)

Guten Tag liebe Zuschauerinnen und Zuschauer! Ich begrüße Sie zu Folge 159 von „Die Vergessenen dieser Welt!“. Die heutige Sendung ist übertitelt mit: Eroberungskrieg und Zensur.

Nach der Schlacht von Hastings 1066 begrub die Armee Williams des Eroberers ihre gefallenen Kameraden, ließ aber die Leichen der englischen Verteidiger liegen, auf dass sie auf den Feldern verrotteten, wo sie lagen.

Das ist die brutale Natur des Krieges: der Sieger fügt dem Besiegten alle Arten von Leiden und Demütigungen zu.

Was die Vereinigten Staaten von Amerika in Irak und Afghanistan betreiben, ist mehr oder weniger genau das Gleiche.

William der Eroberer machte kein Hehl aus seiner brutalen Unterjochung der Engländer. Diese hassten ihn und leisteten seiner Okkupation 20 Jahre lang Widerstand, in denen er ihnen ihr gesamtes Eigentum abnahm und der normannischen oberen Klasse gab. Mehr als 300.000 englische Menschen wurden ermordet und ausgehungert (ein Fünftel der Bevölkerung), und rund 300.000 Franzosen und Normannen wurden in England angesiedelt und und in Autoritätspositionen eingesetzt.

England hörte auf, England zu sein, und William bereute seine Sünden auf dem Totenbett.

Während die Unterjochung von Irak und Afghanistan durch die Vereinigten Staaten von Amerika weitgehend nach diesem Muster betrieben wird, unterscheidet sie sich in einer Beziehung. Im Gegensatz zu William, der seine Unterdrückung im hellen Licht des Tages durchführte, verbergen die Vereinigten Staaten von Amerika ihre Verbrechen, um den Anschein moralischer Überlegenheit aufrecht zu halten, die die amerikanische „Einzigartigkeit“ kennzeichnet.

Geheime Operationen, Vertuschungen und Täuschung sind deshalb wichtig, da ohne den Glauben an die inhärente moralische Überlegenheit die amerikanische Öffentlichkeit die Ausplünderung fremder Länder durch ihre Regierung im Dienste von Amerikas herrschender Klasse wahrscheinlich nicht mittragen würde.

Die Politik der Vereinigten Staaten von Amerika, getötete Fremde nicht zu identifizieren oder genau zu zählen ist ein gutes Beispiel dafür, warum diese große Lüge aufrecht erhalten wird.

Die Vereinigten Staaten von Amerika verfolgen offiziell die Politik, die Zahl der Menschen nicht zu erfassen, die sie getötet oder verstümmelt, obdachlos gemacht, ausgehungert und Krankheiten, Seuchen und dem Wahnsinn preisgegeben haben. Es ist daher nicht möglich, quantitativ das Ausmaß des Elends zu ermessen, das Amerika im Irak verursacht hat, was es natürlich einfacher für die Regierung der Vereinigten Staaten von Amerika macht zu behaupten, dass all dieses Sterben und Leiden den Irakern zugute komme.

Um näher auf den Punkt zu kommen, in vielen, wenn nicht den meisten Fällen kennt die Regierung der Vereinigten Staaten von Amerika – die angeheuerten Killer im Militär und in der CIA – genau die Namen und Identitäten aller Personen, die sie ermorden, verstümmeln oder zu Waisen machen.

Sie sagen es Dir nicht, aber sie wissen es.

Besonders wertvolle Ziele genießen die selbe besondere Beachtung, die seinerzeit William der Eroberer den englischen Edelleuten widmete. Besonders wertvolle Ziele haben Güter (intellektuelle, aber auch z.B. Opiumfelder), die für McChrystal von Interesse sind, daher werden mehr biografische Informationen über sie gesammelt. Ihre Bewegungen werden 24 Stunden am Tag, 7 Tage in der Woche verfolgt. Durch Spione und ausgeklügelte elektronische Überwachung ist McChrystal ziemlich gut darüber informiert, wenn sie eine sichere Unterkunft verlassen und zu einer anderen fahren.

Die Kampfflugzeuge sind vollgetankt und die Drohnen sind bereits in der Luft und warten.

Und so und darum wurden 27 afghanische Zivilisten am 21. Februar 2010 kurzerhand ermordet, während sie auf der Fahrt zwischen entfernten Provinzen in einem Konvoi von Minibussen waren. Die CIA und die militärischen Spezialkräfte waren aufmerksam gemacht worden, dass dieses und jenes besonders wertvolle Ziel mit seiner Familie unterwegs war, und McChrystal nützte die Gelegenheit, sie alle zu töten.

In einem schmutzigen Krieg wie dem in Afghanistan erfolgt die Tötung besonders wertvoller Ziele fast immer, während sie zuhause sind oder mit ihrer Familie reisen, sonst sind sie im Untergrund und nicht zu erwischen.

Weil diese psychologische Kriegsführung der Tötung wichtiger feindlicher Anführer zusammen mit ihren gesamten Familien Politik ist (wenn auch eine geheime Politik), wird sie als “Schwarze Propaganda” bezeichnet.

Es ist psychologische Kriegsführung, weil sie eine ernüchternde Wirkung auf die Kämpfer der Taliban ausübt, die in höhere Ränge aufsteigen wollen. Es handelt sich um Propaganda, da jeder afghanische Bürger sich dieser Politik bewusst ist. Und sie ist schwarz, weil die Amerikaner nicht glauben können, dass das wahr ist.

Sie können aus zwei Gründen nicht glauben, dass das stimmt. Erstens, weil General McChrystal wie ein amerikanischer Edelmann aussieht und wie William Reue zeigt.

Und sie glauben, weil die großen Medien die Große Lüge verbreiten.

Und dennoch, ungeachtet der Werbetätigkeit der Newsweek-Korrespondenten, ist General McChrystal nicht weniger grausam als William der Eroberer. Sein Job ist es, Schlachten zu schlagen, Feinde zu töten und ihre Körper zu verstümmeln.

Der einzige Unterschied besteht darin, dass William höchstpersönlich vor aller Augen mit einer Streitaxt und einem Schwert tötete, während McChrystal sich fernab von der Schlächterei aufhält, ohne Zeugen, und andere seine schmutzige Arbeit verrichten lässt, mit 2.000-Pfund-Bomben, mit von Drohnen abgefeuerten Raketen, mit Gewehren, und mit Zensur.

Das meiste von all dem funktioniert nur, weil niemand jemals etwas über Namen und Lebensläufe der unschuldigen Opfer erfährt.

Guten Tag

Quellen:
www.antiwar.com
www.antikrieg.com