Die Vergessenen dieser Welt!

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Sendung 184 vom 23.09.2010

(Sendungen 2010)

Guten Tag liebe Zuschauerinnen und Zuschauer. Ich begrüße sie zu einer weiteren Folge von „Die Vergessenen dieser Welt“. Die heutige Sendung ist übertitelt mit: Westliche Werte und Menschenrechte.

Am Freitag dem 17. September wurde, in englischsprachigen Medien, deutsche umgingen das Thema, ein Unicefbericht veröffentlicht: mit erschreckenden Zahlen. Danach sterben jeden Tag 22000 Kinder, die jünger als fünf Jahre sind. Anders ausgedrückt starben 2009 weltweit 8,1 Millionen Kinder die jünger als fünf Jahre waren! 70% dieser Kinder waren jünger als 1 Jahr.

Die große Zahl täglich sterbender Kinder kommt aus einer kleinen Zahl von Ländern, die sich an den zehn Fingern abzählen lassen . Die höchste Sterblichkeitsrate gibt es in den Afrikanischen Ländern südlich der Sahara, gefolgt von südasiatischen Ländern wie Pakistan und Indien.

Diese dramatischen Zahlen werden dann noch als positiv dargestellt in dem man Statistiken hervor kramt nach denen die Zahl 1990 bei 12,4 Millionen lag und man somit einen Rückgang der Sterblichkeitsrate von 30% herbeizaubert.

Wenn verbrecherische Banker weltweit hunderte von Milliarden verzocken, so ist der Weltgemeinschaft kein Finanzmittel der Welt zu groß um den Schaden zu beheben, den mafiöse Kapitalistenstrukturen angerichtet haben. Sinkt in Deutschland die Geburtenrate dramatisch, so nimmt der Staat für Familienförderung ect. riesige Finanzmittel in die Hand um dem entgegenzuwirken. Die Verteidigungshaushalte der USA und der Europäischen Gemeinschaft betragen jedes Jahr mehr als 850 Milliarden US Dollar.

Sterben jedoch Jahr für Jahr 8,1 Millionen Kinder unter 5 Jahren, so lassen es die selben Staaten seelenruhig und gleichgültig geschehen. Für diese Kinder sind keine hunderte von Milliarden da. Diese Kinder lassen die Staaten und ihre Oberhäupter seelenruhig sterben.

Es muss hier einmal die Frage nach einem Zusammenhang mit den Herkunftsländern der Kinder gestellt werden. Wie würde die Reaktion der westlichen Länder wohl aussehen, wenn es sich um Kinder der großen Industrienationen handeln würde und nicht um Kinder mit einer Herkunft aus den sogenannten Entwicklungsländern? Ob man die dann auch sterben lassen würde? Sicher nicht.

War da nicht so etwas das man Menschenrechte nennt? Für wen sind die Gültig? Nur für einige wenige begüterte, oder für alle? Wird hier danach unterschieden welche Kinder? Oder sind das keine Menschen? Dies alles wäre dann Rassismus! Die hier an den Tag gelegte Gleichgültigkeit und Teilnahmslosigkeit ist eindeutig und beantwortet das eigentlich offensichtlich und von selbst.

Für wen gelten Menschenrechte und für wen nicht? Haben das die USA, Europa und Israel zu entscheiden? Die Staatsmänner dieser Länder sollen uns einmal über ihre Haltung dazu aufklären.

Unter US Präsident Barak Obama hat sich die Blockade gegen Kuba massiv verschärft. Für Kuba mit dramatische Folgen. Immer wieder berichten kubanische Mediziner, dass sie Menschenleben nicht retten konnten, weil die benötigten Medikamente nicht eingeführt werden dürfen. Als ein israelisches Unternehmen mit US-Beteiligung vor wenigen Monaten den mexikanischen Pharmazieproduzenten Lemery übernahm, stellte dieses sofort die Lieferung eines bestimmten Krebsmedikaments an Kuba ein. Die Anwendung dieses Produkts würde die Überlebensrate von Patienten auf über 70 Prozent der Krankheitsfälle erhöhen. Und auch deutsche Unternehmen unterwerfen sich der US-Blockadepolitik.

Nach fast zwei Jahren Präsidentschaft steht fest: Unter Barack Obama hat sich die Politik der USA nicht geändert, er verschärfte sogar den menschenrechtsfeindlichen Kurs. Thema Guantánamo: Für rund 50 Gefangene gibt es weder eine Aussicht auf eine Entlassung noch auf irgendeine Art von Verfahren. Die US-Regierung will sie unbefristet festhalten. Die US-Regierung beruft sich dabei auf die Autorisierung des Präsidenten zur Anwendung militärischer Gewalt gegen die Taliban und Al-Qaida durch den Kongreß von 2001. Die Obama Administration schützt weiterhin folternde Soldaten und behindert die Veröffentlichung zahlreicher Dokumente, die mit Verbrechen der Bush-Administration in Zusammenhang stehen, wie etwa mit dem Programm für Geheimgefängnisse der CIA oder Dokumente über die Zerstörung von Verhörvideos.

Der Präsident hält Menschen ohne Anklage gefangen. Er bedient sich unfairer Militärtribunale. Er autorisiert gezielte Tötungen. Er beruft sich auf Staatsgeheimnisse, um die Durchsetzung von Ansprüchen der Opfer zu blockieren.

Aber auch gegen den Iran drängt die US-Regierung auf weitere internationale Strafmaßnahmen. Im Sanktionskomitee des UN-Sicherheitsrats forderte die Vertreterin Washingtons, Susan Rice, am Mittwoch vergangener Woche, „über eine angemessene Antwort auf Irans reihenweise Verletzungen der Sicherheitsratsresolutionen zu diskutieren“. Die Botschafterin kündigte an, daß sich die »Iran-Sechs« (China, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Rußland und USA) in der kommenden Woche treffen würden, um die nächsten Schritte gegen Teheran zu beraten.

Im Irak zeigt sich ein weiteres Bild der westlichen Zivilisation und Werte, den die USA dem Land durch seine Militärinvasion gebracht haben: Sieben Jahre nach dem Ende der Regierung von Saddam Hussein im Irak ist die Zahl von Analphabeten in dem Land rasant angestiegen. Jeder fünfte ist Analphabet und die Bildungschancen im Irak sind seit der Invasion 2003 dramatisch gesunken. 20 Prozent der Iraker zwischen zehn und 49 Jahre können heute weder lesen noch schreiben. Die Zahl der Frauen unter den Analphabeten ist mit 25 Prozent mehr als doppelt so hoch wie die der Männer (11 Prozent). Kann das Zufall sein, oder vielleicht doch nicht?

Hunderttausende von Menschenleben werden Jährlich durch die Kriege und die absichtliche Untätigkeit der westlichen Welt getötet und weitere Millionen in Leid und Verderben gestürzt. Wie soll das weitergehen? Sind das die hochgejubelten Errungenschaften der Globalisierung?

Für wen setzen sich die USA und die weltliche Welt ein und wen lassen sie gnadenlos fallen? Für wen gilt ein Existenzrecht und wer hat hat nach westlichen Vorstellungen kein Recht zu existieren? Diese Fragen müssen beantwortet werden!

Guten Tag

Quellen:
Tageszeitung Junge Welt
Reuters