Die Vergessenen dieser Welt!

Nachrichten, Analysen und Meinungen zu aktuellen Themen, die anderweitig nicht gezeigt und gemeldet werden

Sendung 322 vom 24.07.2014

(Sendungen 2014)

Hallo liebe Zuschauerinnen und Zuschauer.

Die heutige Sendung beschäftigt sich mit dem aktuellen Krieg im Gazastreifen. Es soll hier, an dieser Stelle zuerst einmal daran erinnert werden, wie sich die aktuelle Situation entwickelt hat! Das ist deswegen wichtig, weil Politik und Medien (wie immer) die übliche Schwarz-Weiß-Malerei verwenden, bei der israelische Politik der Gute ist und die Palästinensische der Böse.

Wie immer sieht die Wirklichkeit jedoch etwas anders aus. Es sei daran erinnert, das PLO und Hamas Anfang Juni, also vor 1 ½ Monaten eine Einheitsregierung bildeten. Eine Tatsache, die von vielen Beobachtern als Signal der Hoffnung gewertet wurde. Die israelische Politik mit Premier Netanjahu an der Spitze war eine Chance auf Frieden jedoch ein Dorn im Auge. Man brach nicht nur die Gespräche mit den Palästinensern ab, sondern startete eine gezielte Kampagne der Aggression und Eskalation. Den momentanen Krieg haben weder Hamas noch Palästinenser provoziert, sondern Premier Netanjahu und seine Regierung!

Es drängt sich die Frage auf, was für israelische Politik die Interpretation von Frieden mit den Palästinensern ist. Kann es nicht sein, dass man nach dem Motto des US-Generals Philip Henry Sheridan handelt, der sinngemäß sagte „Nur ein toter Indianer ist ein guter Indianer“? Und somit Frieden, für israelische Politik, erst dann hergestellt ist, wenn auch der letzte Palästinenser tot oder aus seiner angestammten Heimat gejagt wurde.

Bedenkt man, dass der andauernde Konflikt in dieser Region des Nahen Ostens nur durch die Verbrechen und den Völkermord Deutschlands an den Juden während der Nazizeit entstehen konnte und später dann durch die britische und US-amerikanische UN-Politik (bei der Gründung des Staates Israel) fortgesetzt wurde, so ist es eine Schande und auch ein Verbrechen, dass diese Staaten, mit Deutschland an der Spitze, nicht sich und jedes ihnen zur Verfügung stehende Mittel dafür einsetzen endlich einen stabilen Frieden für alle Menschen dieser Region zu schaffen – für alle Juden und alle Palästinenser!

Doch Deutschland handelt entgegengesetzt. Es liefert nicht nur Kriegsgerät in Krisenregionen, nämlich Uboote nach Israel, es verschenkt sie auch noch. Deutsche Waffen morden wieder in der ganzen Welt, wie neben diesem Beispiel auch der Sig-Sauer-Skandal zeigt.

Stattdessen begann das israelische Militär am 8. Juli seine erneute Terror-Völkermord-Operation mit Massenbombardierungen des Gazastreifens. Insgesamt sind seit Beginn der Offensive mehrere Hundert Palästinenser getötet worden und mehrere Tausend wurden verletzt. Die genauen Zahlen steigen tagtäglich.

Der Publizist Jürgen Todenhöfer, der sich zurzeit in Gaza aufhält, äußerte sich entsetzt über die israelische Kriegführung und die Berichterstattung in den deutschen Mainstreammedien. Schlagzeilen wie „Israel unter schwerem Beschuss“ stellten die Tatsachen auf den Kopf, kritisierte der frühere CDU-Politiker und langjährige Burdamanager auf seiner Facebook-Seite. „Gaza liegt unter schwerem Beschuss!“ Der Krieg sei ein „Gefecht David gegen Goliath“, so Todenhöfer. „Nur dass dieser David aus dem winzigen Gaza selten trifft. Und völlig chancenlos ist.“ Die „sinnfreie Hamas-Ballerei“ mit den „massiven mörderischen Raketenschlägen“ der Israelis zu vergleichen, sei „vollkommen realitätsfremd“, die Beschießung Gazas „für jeden erkennbar maßlos“. Es sei eine Schande, wie die Welt zulasse, „dass die Wahrheit über diesen Krieg in fast grotesker Weise auf den Kopf gestellt wird“.

Die von Israel ins Feld geführte Begründung für die Offensive lässt Todenhöfer nicht gelten. Netanjahu wolle keinen Frieden mit den Palästinensern. „Jeder führende US-Politiker von Obama bis Kerry würde das resigniert bestätigen“, so Todenhöfer. „Netanjahu will vor allem kein freies, unabhängiges Palästina.“

Es muss sich unbedingt in Erinnerung gerufen werden: Die Menschen im Gazastreifen sind eingesperrt und können nicht raus. Vor mittlerweile SIEBEN JAHREN begann die israelische Blockade des Gazastreifens. Die israelische Regierung bekämpft mit Mitteln des Terrorismus nicht nur eine, in demokratischen Wahlen an die Macht gekommene, Regierung. Dieser israelische Krieg ist Völkermord in schlimmster Form. Und nicht nur das. Es ist schlimmste Brutalität und Barbarei.

Das Einschließen und die Blockade ganzer Städte haben bereits in der Vergangenheit mehrfach zu humanitären Katastrophen schlimmsten Ausmaßes geführt. Alle wissen das. Wieso stoppt keiner dieses Verbrechen?

Das Sterben in Gaza geht weiter. Mit Beginn ihrer Bodenoffensive ist die israelische Armee in der Nacht zum Freitag vergangener Woche von Norden, Osten und Süden auf den abgeriegelten Küstenstreifen vorgerückt. Unterstützt wurde der Vormarsch von Raketenbeschuss aus der Luft und vom Meer. Mehrere Mitarbeiter eines lokalen Rundfunksenders und ein Fotoreporter wurden verletzt. Die Bodenoffensive wurde von Unterstützern der israelischen Streitkräfte und von internationalen Medien von verschiedenen Hügeln unweit der Stadt Sderot aus beobachtet, was dem Fass den Boden ausschlägt. Zuschauen beim Morden. Ist dies alles keine erneute Steigerung von etwas, dass man einst als „nicht steigerungsfähig“ erachtete.

Und auch hier wird sofort versucht jede Form von Kritik und sich wehren versucht mit der Antisemitismuskeule zu ersticken. Doch man solle daran denken, dass es nichts mit Antisemitismus zu tun hat, wenn sich Menschen gegen Verbrechen wehren!“

Wie immer in solchen Fällen kann sich Israel bei seinen Gewalttaten auf die unbedingte Solidarität des amerikanischen Kongresses verlassen, was die Handlungsmöglichkeiten der US-Regierung (falls sie überhaupt bestünde) stark einschränkt. Das Abgeordnetenhaus verabschiedete vergangene Woche einmütig ohne Abstimmung eine Resolution, mit der die Unterstützung der USA für Israels „Recht auf Selbstverteidigung“ bekräftigt wird. Der Text enthält zugleich heftige Angriffe gegen den Iran, dem vorgeworfen wird, der Hamas Raketen geliefert zu haben. Eine ähnliche Resolution wird im Senat vorbereitet. Der Republikaner Edward Royce, Vorsitzender des außenpolitischen Ausschusses des Abgeordnetenhauses, verlangte unter Hinweis auf die Raketen der Hamas eine härtere Haltung der US-Regierung bei den Atomverhandlungen mit dem Iran, dem vorgeworfen wird, diese zu liefern.

Die Atomverhandlungen mit dem Iran wurden ende vergangener Woche zwar verlängert. Aber es sollte die Frage gestellt werden, ob der momentane Völkermord an den Palästinensern nicht der Beginn eines seit Langem ins Auge gefassten, viel größeren Völkermordes durch die USA und Israel ist! Und weiter: Wenn nicht, warum stoppen die USA dieses Massenmorden nicht, obwohl sie die Möglichkeiten dazu haben?

Wir sehen uns nächste Woche wieder.

Quellen:
Tageszeitung Junge Welt
Telepolis
Antikrieg