Die Vergessenen dieser Welt!

Nachrichten, Analysen und Meinungen zu aktuellen Themen, die anderweitig nicht gezeigt und gemeldet werden

Sendung 148

(Sendungen 2009)

Guten Tag liebe Zuschauerinnen und Zuschauer! Ich begrüße Sie zu einer neuen Folge von „Die Vergessenen dieser Welt!“. Die heutige Sendung beschäftigt sich mit Landminen und Friedensnobelpreisträgern.

Ein jahrzehntelanger Kampf ist mal wieder in den Medien. Der Kampf gegen Landminen. Die Begriffswahl ist schon beachtenswert. Ursprünglich sprach in der Medienberichterstattung von Landminen. Dann einige Jahre, richtiger Weise von Antipersonenmienen (was sie in Wirklichkeit sind), um nun wieder von Landminen zu sprechen. Kann es sein, das man diese Bezeichnung absichtlich wieder gewählt hat, da sie ein ganzes Stück zur Verharmlosung beiträgt?

Die Tatsachen sprechen jedoch eine ganz andere Sprache: Minen führten in den letzten 30 Jahren zum Tod von ca. 1 Million Menschen. Davon waren 20 % Soldaten und 80 % Zivilisten, die den Minen oft erst nach Beendigung des Konflikts zum Opfer fielen. Insgesamt sind ca. 25 % der Opfer Kinder. Im Jahr 2003 wurden weltweit mehr als 8000 von Landminen getötete oder verstümmelte Menschen registriert, die Dunkelziffer liegt Schätzungen zufolge bei rund 20.000. Die verschiedenen Minentypen verursachen mannigfaltige Verletzungsmuster. Typischerweise sind Füße und Beine sowie Gehör betroffen (die Explosion schädigt in 5 Metern Umkreis). Es gibt kleine, nicht als Sprengkörper erkennbare Minen, die vor allem für Kinder eine große Gefahr darstellen, weil sie die Minen in Unkenntnis aufheben.

Die Minen sind billig herzustellen und besitzen keinerlei militärischen Nutzen. Ihr einziger Sinn und Zweck besteht fast ausschließlich im Töten von Zivilisten. Die USA und ihre Präsidenten und Militärs weigern sich schon immer ein Verbot von Landminen auszusprechen. Es muss hier die Frage gestellt werden was den USA so viel kranke Freude am Töten von Menschen bereitet. Die wissenschaftliche Untersuchung eines eventuellen Gendefektes wäre hier bestimmt nicht verkehrt.

Barack Obama bietet in dieser Frage ein Bild des Jammers. Wie bei allen Präsidenten vor ihm gab es auch bei dem Friedensnobelpreisträger ein Nein. Anfang vergangener Woche wurde in Washington bekannt gegeben, dass die USA auch unter Obama die Unterzeichnung der von mehr als 150 Staaten ratifizierten Konvention zum Verbot von Landminen ablehnen. Die Regierung habe eine Überprüfung der bisherigen Haltung abgeschlossen. Sie werde der Entscheidung von Obamas Vorgänger George W. Bush folgen, sagte Außenamtssprecher Ian Kelly am Dienstag vergangener Woche in Washington. Der Vertrag aus dem Jahr 1997 umfasst einen Produktionsstopp sowie ein Verbot von Nutzung, Lagerung und Handel von Landminen.

Plötzlich ende der Woche dann eine gegenteilige Aussage: US-Präsident Barack Obama schließt einen Verzicht auf Landminen nun doch nicht aus. Nur einige Tage später nun die Relativierung: Die Regierung überprüfe derzeit noch die bisherige US-Haltung, teilte ein Sprecher des US-Außenministeriums mit. Er sagte, dass die bislang geltende Haltung für die Dauer der Überprüfung gültig bleibe. „Diese Prüfung wird einige Zeit in Anspruch nehmen, angesichts der Tatsache, dass es die erste seit 2003 ist“, sagte er.

Die Vereinigten Staaten sind das einzige Nato-Mitglied, das dem Abkommen bisher nicht beigetreten ist. Den Vertrag von 1997 haben bisher über 150 Nationen ratifiziert.

Wie sich die USA und ihr Präsident nun letztendlich entscheiden, wird hier in diesem Fall zur Nebensache. Es ist ein Armutszeugnis (um hier nicht härtere Ausdrücke zu verwenden) wenn jemand in einer solchen Angelegenheit noch herummachen, überlegen und nachdenken muss. So jemand macht sich am Tod all der vielen unschuldigen Menschen mitschuldig. Diesen Verhaltensweise zeigt nur, dass die Entscheidungsträger der USA in Politik und Militär im Grunde ihres Wesens immer nur eines wollen: töten.

Weiterhin sollte man die Frage stellen was sich das Nobelpreiskomitee dabei gedacht hat Barack Obama den Friedensnobelpreis zuzusprechen. Ist es eventuell möglich, dass das Komitee im Vollrausch oder unter Drogen war?

Barack Obama wird mittlerweile »Bush­Bama« genannt. Zu offensichtlich führt George W. Bushs Nachfolger die Kriegs- und Aggressionspolitik Washingtons fort. Konsequent handelt auch der neue Mann im Weißen Haus gemäß den strategischen Interessen des US-Establishments. Dazu gehört ebenso, daß Obama nun, wenn auch nach Monaten des Zauderns, 34000 zusätzliche US-Besatzungssoldaten zu seiner kämpfenden Truppe nach Afghanistan schicken wird.

Demnächst wird also die Zahl der US-Truppen in Afghanistan auf über 100000 steigen, was die Rolle der NATO-Verbündeten noch weiter marginalisieren und den Krieg noch sichtbarer zu einem Krieg Washingtons machen wird. Weil aber der Schein einer gemeinsamen Front im »Krieg gegen den Terror« gewahrt bleiben soll, bedrängt NATO-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen auf Geheiß Washingtons bereits seit Monaten die Mitgliedsstaaten, die »maximal mögliche« Zahl von Soldaten in den Krieg zu schicken. Bereits beim Treffen des NATO-Ministerrats am 3. und 4. Dezember in Brüssel werden entsprechende Zusagen erwartet. Denen wird sich auch Berlin nicht entziehen, was es ja auch gar nicht will, da es Deutschland schon immer Spaß gemacht hat Kriege zu führen.

Guten Tag!